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Reisen in Zeiten von Corona.

Weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, Europas Grenzen sind dicht. Selbst innerhalb Deutschlands gibt es drastische Beschränkungen. Teilweise gilt allgemeiner Hausarrest. Schwere Zeiten für uns Reisende. Die Freizügigkeit in Europa ist einer unserer grundsätzlichen Werte.

Wir wollten ein paar Tage mit dem Wohnmobil an die Ostsee. Keine grosse Sache, die erste Tour in diesem Jahr nach Silvester. Wir hatten uns mit Freunden aus dem Rheinland verabredet, Treffen auf einem kommunalen Stellplatz am Bodden in Wustrow. Von dort wollten wir nach Rügen und vielleicht weiter Richtung Peenemünde.

Erst musste Rügen gekippt werden. Die Inseln befürchteten einen Ausbruch der Krankheit bei Touristen, dem sie mit ihrer geringen Zahl an Intensivbetten nicht gewachsen wären. Dann hiess es: Auch an der Küste am Festland geht nichts mehr. Hotels, Pensionen und Campingplätze dürfen keine Übernachtungsgäste mehr aufnehmen. Und schliesslich hiess es: Alle ankommenden Touristen werden abgewiesen. Wer schon da ist muss bis Donnerstag (19. März) Abend das Land verlassen. Das galt für alle drei Nordländer, für Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Wir hatten erst noch gehofft, eine kleinere Tour machen zu können, dann haben wir das Ganze auf unbestimmte Zeit verschoben.

Aufgeschoben ist aufgehoben, denn für später gibt es andere Termine, Pläne und Unverträglichkeiten. Rücksichten etwa, die wir auf Kollegen nehmen, die mit ihren Kindern auf die Hauptsaison angewiesen sind und die daher Vorrang beim Urlaub haben. Was man im Sommer vorhat, kann man nicht in den Winter verlegen, das fällt also aus.

Wenn es um den Schutz des Lebens geht, dann sind Einschränkungen notwendig. Es gibt grosse Risikogruppen, und daher gilt im Zweifel der höchstmögliche Schutz, wenn auch nicht unbegrenzt. Was immer die richtige politische Entscheidung ist – wir möchten nicht diejenigen sein, die andere anstecken. Ganz im Gegenteil: Je eher es gelingt, die Pandemie einzudämmen, desto weniger Menschen sterben, und desto eher können die Beschränkungen aufgehoben werden. Also ärgern wir uns nicht und tun unseren Teil, damit wir möglichst schnell und reibungsarm durch diese Krise kommen. Und das heisst: Bleiben wir zuhause. Vielleicht gibt es jemandem, dem wir helfen können. Wie wir erlebt haben, nehmen andere Menschen die Hilfe an. Das ist auch sehr schön.

Wir haben grosses Vertrauen in die Bundesregierung, dass sie geeignete und vor allem angemessene Massnahmen trifft und die Forderungen der Mediziner gegen die Grundrechte abwägt. Allerdings ist es an der Zeit, diese Massnahmen schrittweise zu lockern. Auch sind die Einschränkungen, die uns regional auferlegt werden, mancherorts unangemessen. Wenn einzelne Bundesländer sich komplett abkapseln, Schleswig-Holstein etwa und Mecklenburg-Vorpommern, wird Vertrauen verspielt. Da sperrt ein Polizeiauto die Strasse. „Sie dürfen hier nicht einreisen!“ Eine harte Grenze innerhalb Deutschlands – das geht zu weit! Grade für uns Mobilisten, die wir weitgehend autark fahren und stehen können, die wir unsere Lebensmittel, unser Wasser und unsere Sanitäreinrichtungen mitbringen, ist so etwas völlig unbegründet und daher nicht verständlich.

Im Moment sind wir dabei, unsere Reisepläne zu überarbeiten. Ein Auslandstrip Anfang Mai wird wohl komplett ausfallen. Eine Reise im Juni mit dem Wohnmobil ist flexibler, die könnte vielleicht im Herbst stattfinden. Die Herbstreise wird dann allerdings auch entfallen. Bleibt zu hoffen, dass zwischenzeitlich kleinere Touren im Inland möglich werden.

Es wird immer lauter der 19/20. April als das Datum gehandelt, an dem erste Beschränkungen frühestens gelockert werden könnten. Planbar ist das nicht. Und wann andere Länder wieder uneingeschränkt besucht werden können, lässt sich nicht einmal erahnen.

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