Zubehör

Fotografische Filter

Filter

Machen Filter heute noch Sinn? Oder sollte man Bilder lieber in der Nachbearbeitung verbessern?

Quality first

Zunächst bedeutet ein Filter vor dem Objektiv eine Verschlechterung der Bildqualität, zumindest eine geringfügige, und eine Verminderung der Lichtmenge, die auf den Sensor fällt. Denn was da in den Strahlengang geschoben wird, ist eine zusätzliche Glasfläche, die Reflexionen, Lichtbrechungen und Farbverschiebungen verursachen kann und dazu auch Licht „schluckt“. Man sollte also nur die Filter einsetzen, die man wirklich braucht. Die allerdings können dem Bild zu einer ganz anderen Qualität verhelfen.

Du solltest also hochwertig vergütete Filter verwenden, um Streulicht und andere Abbildungsfehler zu minimieren. Es gibt eine Menge Billigfilter, die diesen Ansprüchen nicht gerecht werden. Die besten Polfilter sind m. E. die B&W Master Filter von Schneider Kreuznach. In der rechten Spalte sind Links dazu aufgeführt.

Polfilter

Polarisationsfilter reduzieren Reflexionen von nichtmetallischen glatten Oberflächen. Das bedeutet, dass Spiegelungen von einer Schaufensterscheibe verschwinden. Und an einem See oder einem Pool wird der Blick unter die Wasseroberfläche möglich, wo sonst nur Himmel gespiegelt wird. Auch der Dunst in der Ferne, der aus winzigen reflektierenden Wassertröpfchen besteht, wird durchsichtiger oder verschwindet ganz. Die Fernsicht wird besser, blauer Himmel dunkler. Das Blattgrün von Bäumen wird gesättigter, da je nach Einfallsrichtung Reflexionen des Himmels absorbiert werden. Insgesamt nimmt die Farbsättigung überall dort zu, wo Licht von nichtmetallischen Gegenständen reflektiert wird.

Dabei ist die Wirkung abhängig von der Richtung des einfallenden Lichts und der Polarisation des Filters. Durch Drehung des Polfilters kann die Richtung geändert und so die Wirkung verstärkt oder abgeschwächt werden. Bei diffusem Licht ist die Wirkung entsprechend gering.

Ein Polfilter sollte nicht grundsätzlich auf volle Wirkungsstärke gedreht werden. Das völlige Fehlen von Reflexionen kann zu merkwürdig unbelebten Fotos ohne „Highlights“ führen, und der Himmel kann bei Weitwinkel einseitig unnatürlich abgedunkelt werden.

Es werden lineare und zirkulare Polfilter unterschieden. Einfache lineare Polfilter absorbieren Licht nur aus einer Richtung und können beim Belichtungsmesser und beim Autofokus der Kamera zu Fehlmessungen führen. In der Digitalfotografie haben sich daher zirkulare Polfilter durchgesetzt, deren polarisierende Folien im Winkel von 45° versetzt aufgetragen wurden.

Polfilter „schlucken“ bis zu zweieinhalb Blenden. Das absorbierte Licht muss also kompensiert werden und führt zu einer Verlängerung der Belichtungszeit, einer Öffnung der Blende oder einem höheren ISO-Wert.

Unerwünschte Reflexion ist ein Bildfehler, der sich durch nachträgliche Bildbearbeitung nicht mehr korrigieren lässt. Polarisationsfilter sind insofern ein wesentlicher Bestandteil der Aufnahmetechnik.

Neutraldichte (ND) Filter

Fliessende Gewässer symbolisiert man am durch lange Belichtungszeiten, auch Mitzieher mit einem Sportwagen oder einem Läufer will man nicht durch kurze Belichtungszeiten einfrieren. Hier kommen Graufilter zum Zuge, die längere Belichtungszeiten selbst bei hellem Tageslicht ermöglichen, wenn ein Hinunterregeln auf niedrige ISO-Werte nicht ausreicht.

Abblenden ist oft keine Option. Zwar nimmt die Schärfentiefe mit kleineren Blendenöffnungen zu, die Beugungsunschärfe aber auch. Dadurch verliert das ganze Bild seine Schärfe im Detail.

Eine Vollformatkamera verträgt f=8 bei Normalbrennweite ohne Detailverluste und erreicht ihre kritische Grenze bei f=22.

Bei Kameras mit kleinen Bildsensoren ist weniger Spielraum. Eine APS-C Kamera macht bei f=5,6 erste Kompromisse, und bei f=16 ist die kritische Grenze erreicht.

Für MFT-Kameras ist schon bei f=11 Schluss,

und einzöllige Sensoren vertragen höchstens Blende f=8.

Man sollte die kritische Blende nur ausreizen, wenn man die Schärfentiefe wirklich braucht. Meine Faustregel für scharfe Bilder: Mindestens 2 Blenden unter der kritischen Blende bleiben. Bei APS-C ist das f=8,0, bei MFT entsprechend f=5,6. Alle diese Werte sind Richtwerte. Wer es genauer wissen will, dem empfehle ich einen Blick auf einen der Beugungsunschärfe-Rechner im Internet.

Wenn also Bewegung symbolisiert werden soll, kann die Helligkeit durch ein ND-Filter reduziert werden. Für den Reisenden mit sparsamem Fotogepäck gibt es Graufilter mit verstellbarer Dichte, sodass man mit einem Filter auskommt und doch eine oder mehrere Blenden kompensieren kann. Die besten Links der empfehlenswerten Filter gibt’s hier auf der rechten Seite.

Ein Stativ muss sein. Auch ein wirkungsvoller Bildstabilisator kapituliert bei Belichtungs-zeiten von mehr als etwa 1/5 sek. Sieh dir unsere Empfehlungen zu Stativen an.

Grau-Verlauffilter

Verlauffilter werden vor allem in der Landschaftsfotografie eingesetzt, um den Kontrast eines hellen Himmels zum dunklen Boden zu beugen und teilweise dramatische Stimmungen zu erzeugen. Je nach Stärke des Verlaufs kann sogar die Sonne mit ins Bild genommen werden.

Es gibt grossartige Landschaftsfotografen, die immer einen Verlauffilter einsetzen, wenn auch nur ein Quäntchen Himmel im Bild zu sehen ist. Der Gewinn an Detailreichtum auf dem Boden rechtfertigt die Mühe, Variationen mit mehreren Einstellungen zu machen.

Verlauffilter gibt es als Schraubfilter und als Steckfilter. Die Schraubfilter haben den Vorteil, dass sie sind klein und schnell handhabbar sind. Ihr Nachteil ist allerdings gravierend: Der Grauverlauf ist in der Mitte. Dadurch sind sie leider unbrauchbar! Denn wann, bitte schön, will man ein Bild schon in zwei gleiche Hälften unterteilen? Die Drittel-Regel kann man damit jedenfalls vergessen.

Steckbare Verlauffilter sind Plattenfilter aus Glas oder Kunststoff, die in einen Halter eingeschoben werden.

Der Halter wird am Objektiv angesetzt und entweder mit einer Klemmvorrichtung oder mit einem Adapterring befestigt. Von der Handhabung her sind Plattenfilter also anspruchsvoller, da sie ja nach Motiv in unterschiedlicher Stärke gewählt werden und individuell verschiebbar sein müssen. Sie sollten daher für alle Objektive der Fotoausrüstung nutzbar sein, also grösser als der grösste Objektivdurchmesser. Normalerweise sollten Filter mit 100×150 mm ausreichen. Der Filterhalter muss entsprechend Filter mit 100 mm Breite aufnehmen.

Das einfachste und preiswerteste wirklich nutzbare Filtersystem ist das System P von Cokin. Die Kunststofffilter sind leicht und farbneutral, sind aber empfindlich gegen Kratzer und müssen entsprechend geschützt transportiert werden. Ich habe das Cokin Set mit den wichtigsten drei Verlaufsfiltern verlinkt.

Empfehlungen für andere Systeme kommen, ich muss sie aber erst selber noch testen.

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UV-Filter und Skylight Filter

UV-Filter sperren den ultravioletten Teil des Lichts. Ihr Einsatzbereich in der Fotografie:

  • Reduzierung eines bläulichen Farbstichs, der durch starke UV-Einstrahlung entstehen kann.
  • Reduzierung von Unschärfen durch chromatische Aberration
  • Schutz der Frontlinse des Objektivs vor mechanischen Beschädigungen durch Sand, Staub, Schmutz, Salzwasser und andere Flüssigkeiten, Fingerabdrücke und mehr.

Der Nutzen dieser Filter ist eher zweifelhaft. Denn der lichtempfindliche Sensor der Kamera ist durch ein aufgetragenes oder vorgeschaltetes UV-Filter entsprechend eingestellt. Der mechanische Schutz der Frontlinse macht nur dann Sinn, wenn sie tatsächlich erheblichen Belastungen ausgesetzt ist, Regengüssen etwa oder Sandstürmen.

Das gilt auch für Skylight Filter, deren leichter Rosa-Ton durch den Weissabgleich ohnehin neutralisiert wird. Hier ist die nachträgliche Feinabstimmung mit dem Weissabgleich effektiver und genauer.

Farbfilter

In der Farbfotografie haben Farbfilter nichts zu suchen. Sie würden zu Verfälschungen führen, die bei Bedarf gezielter und kontrollierter bei der Bildbearbeitung erreicht werden können.

In der Schwarz-Weiss Fotografie kann mithilfe von Farbfiltern die Eigenfarbe des Filters in helleren Grauwerten bis hin zu Weiss dargestellt werden, während die Komplementärfarbe in dunklere Grauwerte bis hin zu Schwarz umgesetzt wird. Ein Grünfilter wird also Blattgrün heller abbilden und frühlingshafter wirken lassen. Ein Rotfilter wird blauen Himmel dunkler abbilden und so den Kontrast zu weissen Wolken erhöhen. Blau und Grün können sehr ähnliche Helligkeit haben und in fast identischen Grauwerten abgebildet werden, doch mit einem Gelbfilter unterscheiden sie sich deutlich. Farbfilter sind also ein ausgezeichnetes Mittel zur Tonwerttrennung in der Schwarzweiss-Fotografie.

Heute ist Schwarzweiss-Fotografie oft die Sache von Spezialisten. Im Normalfall wird man gut beraten sein, in Farbe zu fotografieren und die Umwandlung in Grauwerte bei der nachträglichen Bildbearbeitung vorzunehmen. Die Trennung von Tonwerten ist bei der Nachbearbeitung allerdings nur bedingt möglich.

Für Interessierte stehen rechts einige Links zu weiterführender Literatur bereit.

Infrarotfilter

Es gibt zwei Arten mit gegenteiliger Wirkung:

Als Infrarotfilter bezeichnet man Filter, die das gesamte Lichtspektrum absorbieren und nur infrarotes Licht durchlassen. Sie finden in der Infrarotfotografie Verwendung. Auch diese Filter sind etwas für Spezialisten.

Infrarotsperrfilter absorbieren infrarotes Licht. Viele Kameras haben sie vor dem Sensor, um störende Lichteinflüsse, chromatische Aberration, Farbverfälschungen und andere Störungen der Abbildungsleistung zu vermeiden.

Effektfilter

Es gibt Sternfilter, Regenbogenfilter, Farbverlauffilter, Prismenfilter, Weichzeichner, Nebelfilter, Vignettierungsfilter und mehr. Vorteil: Spektakuläre Effekte. Nachteil: Man benutzt sie nur einmal.

Die meisten dieser Effekte sind kontrollierter und effektiver mit Bildbearbeitung zu erzielen, und da kann man auch die gesamte Vielfalt nutzen, ohne eine Unmenge an Filtern mit sich herumzuschleppen.

Verstellbare Graufilter

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Grau-Verlauffilter

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Stative

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