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Filter

Machen Filter in der Fotografie heute noch Sinn? Oder schleppt man da nur Ballast mit sich rum, der zu Zeiten der analogen Fotografie durchaus nützlich war, der aber in Zeiten von digitaler Fotografie und Photoshop überholt ist?

Zunächst einmal bedeutet das Vorsetzen eines Filters vor das Objektiv eine Verschlechterung der Bildqualität und eine Verminderung der Lichtmenge, die auf den Sensor fällt. Denn was da in den Strahlengang geschoben wird ist eine zusätzliche Glasfläche, die Reflexionen und Lichtbrechungen verursacht und ausserdem auch Licht „schluckt“. Man sollte also nur die Filter einsetzen, die man unbedingt braucht, und das sind solche, die man nicht durch die Bildbeareitung ersetzen kann. Auch sollte man hochwertige vergütete Filter verwenden, um die Störungen zu minimieren.

1. Polfilter

Polarisationsfilter reduzieren Reflexionen von nichtmetallischen glatten Oberflächen. Das bedeutet, dass Spiegelungen von einer Schaufensterscheibe verschwinden. Und an einem See oder einem Pool wird der Blick unter die Wasseroberfläche möglich, wo sonst nur Himmel gespiegelt wird. Auch der Dunst in der Ferne, der aus winzigen reflektierenden Wassertröpfchen entsteht, wird durchsichtiger oder verschwindet ganz. Hellblauer Himmel wird dunkler, die Fernsicht besser, Autoscheiben reflektieren weniger oder gar nicht. Das Blattgrün von Bäumen wird gesättigter, da je nach Einfallsrichtung ein Teil der Reflektionen des Himmels absorgiert werden. Insgesamt nimmt die Farbsättigung überall dort zu, wo Licht von nichtmetallischen Gegenständen reflektiert wird.

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Dabei ist die Wirkung abhängig von der Richtung des einfallenden Lichts und der Polarisation des Filters. Durch Drehung des Polfilters kann die Richtung des Filters geändert und so die Wirkung verstärkt oder abgeschwächt werden. Bei diffusem Licht ist die Wirkung entsprechend gering.

Ein Polfilter sollte nicht grundsätzlich auf volle Wirkungsstärke gedreht werden. Das völlige Fehlen von Reflexionen kann zu merkwürdig unbelebten Fotos ohne „Highlights“ führen, und der Himmel kann bei Weitwinkel unnatürlich einseitig abgedunkelt werden.

Es werden lineare und zirkulare Polfilter unterschieden. Einfache lineare Polfilter absorbieren Licht nur aus einer Richtung und können beim Belichtungsmesser und beim Autofokus der Kamera zu Fehlmessungen führen. In der Digitalfotografie haben sich daher zirkulare Polfilter durchgesetzt, deren polarisierende Folien im Winkel von 45° versetzt aufgetragen wurden.

Polfilter „schlucken“ zwei bis zweieinhalb Blenden. Das absorbierte Licht muss also kompensiert werden und führt zu einer Verlängerung der Belichtungszeit, einer Öffnung der Blende oder einem höheren ISO-Wert.

Die unerwünschte Reflexion ist ein Bildfehler, der sich durch nachträgliche Bildbearbeitung nicht mehr korrigieren lässt. Polarisationsfilter sind insofern ein wesentlicher Bestandteil der Aufnahmetechnik und fast der einzige Filter, der in der digitalen Fotografie wirklich eine Berechtigung hat.

Links zu empfehlenswerten Polfiltern findest du rechts.

2. Neutraldichte (ND) Filter

oder Graufilter ermöglichen längere Belichtungszeiten bei grosser Helligkeit, wenn ein Abregeln durch niedrige ISO-Werte und kleine Blenden nicht ausreicht. Dies ist dann der Fall, wenn Bewegungsunschärfe gewünscht ist – etwa ein Gewässer, das weich und fliessend dargestellt werden soll, oder ev. ein Mitzieher mit einem langsamen Läufer oder einem Fahrrad. Hier kann die Helligkeit durch ein ND-Filter reduziert werden.

Wie bei allen angesagten Wirkungsweisen gibt es Phasen, in denen bestimmte Effekte überstrapaziert werden. So sieht man derzeit fast keine Wasserfälle, die nicht durch Langzeitbelichtung gesoftet wurden. Ich schätze diese teils hochwertige Fotografie sehr, bin aber von den vielen Wiederholungen inzwischen etwas ermüdet.

Insofern ist es vielleicht einen Versuch wert, für die Reduktion der Helligkeit zunächst den Polfilter einzusetzen. Kommt man damit hin, dann erübrigt sich ein zusätzlicher ND-Filter. Eventuell entscheidet man sich auch dafür, lieber eine Beugungsunschärfe durch weit geschlossene Blende in Kauf zu nehmen, als einen zusätzlichen Filter in den Strahlengang zu schieben.

Links dazu auf der rechten Seite.

3. Grau-Verlauffilter

Verlauffilter werden vor allem in der Landschaftsfotografie eingesetzt, um den Kontrast eines hellen Himmels zum dunklen Boden zu beugen und teilweise dramatische Stimmungen zu erzeugen. Je nach Stärke des Verlaufs kann sogar die Sonne mit ins Bild genommen werden.

Der Einsazbereich für Verlauffilter besteht auch in der digitalen Fotografie, allerdings wird er immer seltener. Auch sind Verlauffilter von der Handhabung her eher anspruchsvoll, da sie nur vom Stativ aus und auch da nur in der vorgegebenen Wirkungsweise mit dem vorgegebenen Übergang einsetzbar sind. Es müssen also Verlauffilter im Format für den grössten Objektivdurchmesser in unterschiedlicher Stärke mitgeführt werden.

Oft lassen sich bei der Aufnahme durch HDR oder bei der Bildbearbeitung eine Umsetzung der Kontraste ebenso gut oder besser erzielen.

4. UV-Filter und Skylight Filter

UV-Filter sperren den ultravioletten Teil des Lichts. Ihr Einsatzbereich in der Fotografie:

  • Reduzierung eines bläulichen Farbstichs, der durch starke UV-Einstrahlung entstehen kann.
  • Reduzierung von Unschärfen durch chromatische Aberration
  • Schutz der Frontlinse des Objektivs vor mechanischen Beschädigungen durch Sand, Staub, Schmutz, Salzwasser und andere Flüssigkeiten, Fingerabdrücke und mehr.

Der Nutzen dieser Filter ist zumindest fraglich. Denn der lichtempfindliche Sensor der Kamera ist durch ein aufgetragenes oder vorgeschaltetes UV-Filter entsprechend eingestellt. Der mechanische Schutz der Frontlinse macht nur dann Sinn, wenn sie tatsächlich erheblichen Belastungen ausgesetzt ist.

Das gilt auch für Skylight Filter, deren leichter Rosa-Ton durch den Weissabgleich ohnehin neutralisiert wird. Hier ist die nachträgliche Feinabstimmung mit dem Weissabgleich effektiver und genauer.

5. Farbfilter

In der Farbfotografie haben Farbfilter nichts zu suchen. Sie würden zu Verfälschungen führen, die bei Bedarf gezielter und kontrollierter bei der Bildbearbeitung erreicht werden können.

In der Schwarz-Weiss Fotografie können mit Hilfe von Farbfiltern die Eigenfarbe des Filters in helleren Grauwerten bis hin zu Weiss dargestellt werden, während die Komplementärfarbe in dunklere Grauwerte bis hin zu Schwarz umgesetzt wird. Ein Grünfilter wird also Blattgrün heller abbilden und frühlingshafter wirken lassen.Ein Rotfilter wird blauen Himmel dunkler abbilden und so den Kontrast zu weissen Wolken erhöhen. Blau und Grün können sehr ähnliche Helligkeit haben und in fast identischen Grauwerten abgebildet werden, doch mit einem Gelbfilter unterscheiden sie sich deutlich. Farbfilter sind also ein ausgezeichnetes Mittel zur Tonwerttrennung in der Schwarzweiss-Fotografie.

Heute ist Schwarzweiss-Fotografie die Sache von Spezialisten. Im Normalfall wird man besser beraten sein, in Farbe zu fotografieren und die Umwandlung in Grauwerte sowie die Tonwerttrennung bei der nachträglichen Bildbearbeitung nach Sichtkontrolle vorzunehmen. Für Spezialisten und und Interessierte stehen rechts einige Links zu weiterführender Literatur bereit.

6. Infrarotfilter

Es gibt zwei Arten mit gegenteiliger Wirkung:

Als Infrarotfilter bezeichnet man Filter, die das gesamte Lichtspektrum absorbieren und nur infrarotes Licht durch lassen. Sie finden in der Infrarotfotografie Verwendung. Auch diese Filter sind etwas für Spezialisten.

Infrarotsperrfilter absorbieren infrarotes Licht. Fast jede Kamera hat sie vor dem Sensor, um störende Lichteinflüsse, chromatische Aberration, Farbverfälschungen und andere Störungen der Abbildungsleistung zu vermeiden.

7. Effektfilter

Es gibt Sternfilter, Regenbogenfilter, Farbverlauffilter, Prismenfilter, Weichzeichner, Nebelfilter, Vignettierungsfilter. In der Analogfotografie hatte vieles davon seine Berechtigung. Aber in der digitalen Fotografie? Alle diese Effekte sind kontrollierter und effektiver mit Bildbearbeitung zu erzielen, und da kann man auch die gesamte Vielfalt nutzen, ohne eine Unmenge an Filtern mit sich herum zu schleppen.

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