Reiseberichte

Südliches Afrika

Roadtrip von Windhoek zu den Highlights von Namibia, Botswana und Simbabwe.

Anreise

Die Landung in Windhuk ist unglaublich. Grade haben wir einen 10stündigen Nachtflug hinter uns, und plötzlich sind wir über der Savanne, Wüste bis zum Horizont, Sonne, die Brauntöne überwiegen, der Flughafen ist überschaubar – hier erwarten uns ganz neue Herausforderungen.

Die Mietwagenfirma ASCO holt uns ab und bringt uns ins Hotel – gehört zum Service. Den Mietwagen übernehmen wir erst am nächsten Tag.

Zeit genug für einen Bummel durch Windhuk und ein paar kleinere Einkäufe, Insektenspray und eine Prepaidkarte fürs Handy. Wir schlendern an Strassenhändlern vorbei und ziehen die Aufmerksamkeit eines Bettlers auf uns. Der erzählt eine herzzerreissende Geschichte, wie er im Krankenhaus in Windhuk behandelt werden musste und nun nicht weiss, wie er zu seinem Stamm zurückkommt. Geld für den Bus hat er nicht. Wir kennen uns mit dem Gesundheitswesen in Namibia nicht aus. Obwohl alle Glöckchen klingeln, geben wir ihm etwas Geld. Wenn nicht für die Busfahrt, dann jedenfalls für die Geschichte.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir am Hotelpool beim Studium der Landkarte und kühlen Getränken.

Rundreise

Am nächsten Morgen holt uns ein Kleinbus der Mietwagenfirma ab. Wir haben einen voll ausgestatteten Geländewagen gemietet, mit Dachzelt, Campingausrüstung und Reservekanistern.

Nach einer Einweisung für das Auto füllen Benzin- und Wasservorräte auf und können starten. Im nächsten Supermarkt kaufen wir Lebensmittel ein und fahren dann Richtung Osten.

Es soll zunächst nach Kasane in den Norden Botswanas gehen, von dort zu den Victoria-Fällen in Simbabwe, zurück durch den Norden Namibias und in den Etosha Nationalpark. Dann weiter nach Süden, an den Dünen von Sossusvlei vorbei an zum Fishriver Canyon, dem zweitgrösssten Canyon der Erde. Danach zurück nach Windhuk.

Die erste Nacht verbringen wir auf dem East Gate Rest Camp bei Buitepos, dem letzten Campingplatz vor der Grenze nach Botswana. Wir wollen das Zelt und die Ausrüstung testen, solange wir noch in Namibia sind.

Zwei reine Fahrtage rechnen wir bis Kasane. Die Stadt mit 9000 Einwohnern liegt ganz im Norden von Botswana. Sobald es Tag wird fahren wir über die Grenze und rollen durch die Trockensavanne der Kalahari. Am Strassenrand stehen mannshohe Termitenhügel, und einzelne Strausse lassen sich sehen. In Maun übernachten wir auf dem Campground der Maun Lodge. Von hier gibt es die Gelegenheit zu Ausflügen in den südlichen Chobe Nationalpark und ins Okavango Delta, die wir allerdings auslassen.

Am Morgen starten wir früh und verzichten auf jede Abkürzung. Von der A3 wissen wir, dass sie durchgehend alsphaltiert ist und die Tagesstrecke von 600 km machbar ist. In Nata biegen wir auf die A33 nach Norden ab. Bei Anbruch der Dämmerung sind wir in Kasane. Wir haben die Chobe Safari Lodge wegen ihrer Lage direkt am Wasser schon vor unserer Abreise gebucht. Man hält hier Affen und Warzenschweine als „Haustiere“ und empfiehlt uns dringend, die Terrassentüre geschlossen zu halten, denn die Affen klauen alles.

Tierparadies Kasane

Kasane liegt am Chobe Fluss im Vierländereck Botswana – Namibia – Sambia – Simbabwe. Es ist der ideale Ausgangspunkt um die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten kennenzulernen, die das Kalahari-Becken bietet. Krokodile und Flusspferde leben in unmittlelbarer Nähe. Aber Abstand halten. Wildtiere zu füttern oder ihnen auch nur zu nahe zu kommen ist keine gute Idee.

Ein Elefant überquert den Chobe

Der Chobe River bildet die Nordgrenze des Chobe Nationalparks. Springböcken, Kudus, Warzenschweinen, Kaffernbüffeln und vielen anderen Tieren dient er als Tränke, Elefanten benutzen eine Furt zur Querung. Löwen, Geparden und Leoparden jagen hier. Eine Fluss-Safari auf einem der Ausflugsboote ist absolut lohnend. Nirgendwo anders kommt man so nah an viele der eindrucksvollsten wild lebenden Tiere heran wie hier. Die Buchung ist vor Ort möglich. Vorzugsweise solltest du eine Fahrt am mittleren Nachmittag machen, so dass du bei Einbruch der Dämmerung zurück bist. Frage an der Rezeption. Dort weiss man, welche Uhrzeit am besten ist.

Es werden auch Safaris mit dem Landrover in den Nationalpark angeboten. Wer lieber auf dem Lande bleibt, wird fast genausoviel erleben. Aussteigen ist allerdings verboten. Auch hier geht es in die Nähe des Flusses. Das Wasser des Chobe ist der Lebensquell für alle Tiere.

Naturschauspiel Victoria Fälle

Mit einer Länge von fast 2600 km ist der Sambesi einer der wichtigsten Wasseradern Afrikas. Zusammen mit seinem Zufluss, dem Chobe, bildet der Strom die Grundlage für das Überleben von Mensch und Tier in drei Nationalparks im Grenzgebiet. Sie gehören zum riesigen KAZA Schutzgebiet (Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area), das die uralten Wanderwege der Elefanten sichern soll.

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Die Victoriafälle in Simbabwe gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die solltest du wirklich sehen! Du brauchst den Reisepass und ein Visum, das du an der Grenze erhältst. Die Prozedur bei der Einreise dauert ihre Zeit, danach ist es aber nur noch eine Fahrt von gut einer Stunde zum „grössten Wasservorhang der Erde“. Die Wassermassen des Sambesi stürzen sich über eine Breite von 1,7 km in eine 110 m tiefe Schlucht und erzeugen dabei einen Sprühnebel, der in der Regenzeit bis zu 300 m hoch steigt und noch aus 30 km Entfernung zu sehen ist. Das ist wirklich spektakulär!

Caprivi Gebiet

Von Kasane fahren wir nach Ngoma Bridge und über die Grenze nach Namibia. Der Grenzübergang ist erfrischend einfach, und wir rollen über die B8 und durch den Caprivi Streifen. Auf der Fahrt nehmen wir die Eindrücke von Dörfern auf und von Menschen, die unter einfachsten Bedingungen leben. Im Gebiet der Grünen Kalahari brennt über eine Strecke von fast 10 km die Savanne. Wir sorgen uns um Land und Leute, aber deren Reaktion ist eher unaufgeregt. Die Strasse ist passierbar, also fahren wir durch. Gegen Abend richten wir uns auf einem unbewirtschafteten Campground nahe Popa Falls ein.

Hier muss man dem Mückenschutz besondere Aufmerksamkeit widmen. In dieser Gegend besteht ganzjährig ein Ansteckungsrisiko für Malaria.

Dann ein weiterer Fahrtag Richtung Etosha über Grootfontein und Tsumeb. In der Oshikoto Region finden wir die Uris Safari Lodge. Es gibt einen Campground, ein Hoteldiener führt uns hin – und wir landen in der Wildnis. Aber etwas Luxus gibt es doch: Eine Aussichtsplattform mit Blick auf eine Wasserstelle für Wildtiere. Und Toilette und Duschen – einfach, aber immerhin. Wir erleben einen herrlichen Sonnenuntergang auf der Plattform bei einem Bier aus der Kühlbox.

Von hier sind es nur wenige km bis zum Ost-Eingang des Etoscha Nationalparks.

Etosha Nationalpark

Die Etosha-Pfanne ist der salzhaltige Boden eines ehemaligen Sees am Nordwestrand des Kalahari-Beckens. Sie erstreckt sich über 4760 qkm. Der Nationalpark geht zurück auf ein fast 100.000 qkm grosses Gebiet, das 1907 unter Naturschutz gestellt wurde, um die nahezu ausgerotteten Wildbestände zu regenerieren. Als das gelang, wurde das Naturschutzgebiet im Laufe der Jahre immer weiter verkleinert. 1964 wurde schliesslich ein Kerngebiet zum Nationalpark erklärt und 1973 komplett eingezäunt.

Giraffe im Etosha Nationalpark

Der Artenreichtum im Etosha Nationalpark ist legendär. Die Tiere sind an Autos gewöhnt, du siehst Springböcke, Giraffen und andere Tiere direkt vom Auto aus ohne irgendwelche Umwege zu fahren.

Informiere dich gleich zu Beginn über die Parkregeln. Aus dem Auto aussteigen ist gefährlich und daher verboten. Das Verlassen der Fahrzeuge ist nur an den Rastlagern und an wenigen ausgewiesenen Stellen möglich.

Die besten Möglichkeiten, Tiere zu beobachten und zu fotografieren, gibt es an den Wasserstellen. Die Tiere sind auf die natürlichen und künstlichen Wasserstellen angewiesen. Für Löwen sind Wasserstellen der Ort, an dem sie sicher Beute finden. Sie fressen auch dort und bewachen die Reste ihrer Mahlzeit.

Lade dir die Karten des Nationalparks mit allen Wasserstellen herunter und speichere sie möglichst auf deinem Tablet.

Du bekommst Karten und Broschüren auch an der Rezeption, an der du dich bei Ankunft melden musst und wo du die Parkgebühren bezahlst.

Der Haupteingang liegt am Südwestrand der Salzpfanne (Andersson Gate), etwa 120 km nördlich von Outjo. Wer vom Osten kommt, meldet sich beim Fort Namutoni an.

Dort gibt es ein Restcamp an dem man übernachten kann. Restcamps sind „Rastlager“, Campinglätze mit Parkplatz, Chalets, Sanitäreinrichtungen, Pool, Restaurant, Kiosk, Geldautomat und Tankstelle. Weitere Restcamps gibt es in Halali und Okaukuejo. Sparsamer ausgestattete Restcamps gibt es ausserdem in Onkoshi und Dolomite.

Die Tiere kommen nicht auf die Restcamps, so dass man unbesorgt aussteigen und übernachten kann.

Die Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel sind begrenzt. Es gibt nur an den Kiosken eine bescheidene Auswahl. Bei Übernachtung in den teilweise luxuriösen Lodges wird man mit Mahlzeiten versorgt.

Hier solltest du dir zwei oder mehr Tage Zeit nehmen. Vor allem die natürlichen Wasserlöcher können trocken sein. Die Wege sind teilweise recht weit, und sehr wahrscheinlich musst du mehrere Wasserlöcher besuchen, bis zu gesehen hast, was du möchtest.

Schulmaterial aus der Steinzeit in Twyfelfontain

Twyfelfontein

Der Ort liegt 325 km südwestlich von Etosha. Es war ursprünglich eine zweifelhafte Quelle, die nicht immer Wasser führte. Daher der Name. Bekannt geworden ist Twyfelfontein allerdings durch Felsmalereien und -ritzungen aus der Steinzeit, die sehr gut erhalten sind. Auch das inzwischen fast ausgerottete Breitmaulnashorn ist abgebildet. Die Ritzungen dienten offenbar als Unterrichtsmaterial für Kinder und zur Einweisung für Jäger. Über die Jahrtausende wurde dieser Platz von Jägern und Sammlern für Rituale genutzt.

Swakopmund

ist die Hauptstadt der Region Erongo und liegt an Rande des Namib Naukluft Nationalparks am Atlantik. Es gilt als Namibias beliebtester Ferienort, was wohl an den günstigen klimatischen Bedingungen im Sommer liegt. An Weihnachten und Neujahr ist hier Hochsaison. Für uns ist es eine Gelegenheit, wieder einmal unter einem festen Dach zu übernachten. Wir finden etwas ausserhalb eine Privatpension und wohnen in einer Art Friesenhaus bei einer deutschen Familie.

Am nächsten Tag ist es feucht und trüb. Wir machen einen Abstecher nach Walvis Bay und trinken einen Cappuccino mit Blick auf die Flamingos im Meer. Dann geht’s in die Wüste Namib und den Namib-Naukluft Nationalpark über den Kuiseb Pass nach Solitaire.

UNESCO Welterbe Sossusvlei

Schon der Weg dahin führt durch Dünen und über sandige Strassen. Die letzten 500 m gibt das Allrad-Fahrzeug alles und schwimmt doch nur beängstigend langsam durch den Sand. Eigentlich war eine Übernachtung in Sesriem angedacht, um am nächsten Tag in den frühen Morgenstunden auf die Düne zu steigen. Aber da geht nichts mehr. Obwohl erst später Vormittag, ist Sesriem komplett ausgebucht. Wir müssen uns später um eine Unterkunft kümmern.

Mit 380 m Höhenunterschied gegenüber der Pfanne ist die Düne von Sossusvlei eine der höchsten der Erde, und wohl auch eine der ältesten. Der Sand soll fünf Millionen Jahre alt sein.

Dünen von Sossusvlei

Etwas so Gewaltiges wirkt in der flachen Pfanne fast unreal. Wir sind etwas verunsichert als wir langsam durch den höher werdenden Sand waten um dann wenigstens ein Stück auf die Düne zu steigen. Dann gehen wir doch noch höher. Oben dann der weite Ausblick auf die Pfanne.

Namtib Biosphärenreservat

170 km weiter südlich entscheiden wir uns für einen Umweg. Wir biegen auf die D707 ab ins Namtib Biosphärenreservat. Es ist, wie sich herausstellt, eine der schönsten Strassen im Naukluft Gebiet, allerdings teilweise sandig und anspruchsvoll zu fahren. Ein Hinweisschild auf die Namtib Desert Lodge zeigt nach links. Ein Sandweg führt nach Osten, vorbei an weidenden Oryx, und uns kommen leichte Zweifel, ob wir hier richtig sind. Nach fast 12 km dann am Rande der Tirasberge kommen wir an eine Farm, die die Deutschen Linn und Thorsten Theile bewirtschaften. Sie beherbergen Gäste zu zivilen Preisen. Wir beziehen einen Bungalow, mehr funktionell als luxuriös, aber wer nicht unbedingt eine Klimaanlage braucht, wird nichts vermissen. Nach uns kommen noch drei Gäste, die sich im Gegensatz zu uns angemeldet hatten. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus Farm, Privathaus und Gastlichkeit. Unser Wirt erzählt beim Abendessen vom Leben in der Wüste und antwortet gerne auf alle Fragen. Die Farm wird mit einer ökologischen Grundhaltung betrieben, dazu gehört auch der sparsame Umgang mit Wasser und Strom. Ressourcen müssen geschont werden, Technik muss einfach sein. Denn alles, was kaputt gehen kann, geht auch kaputt, und das muss hier in der Wüste mit eigenen Mitteln repariert werden. Daher Thorstens Grundsatz:

KIS – keep it simple.

Namtib Desert Lodge

Alles, was möglich ist, wird selbst erzeugt. Alles Andere kauft Thorsten einmal im Monat im fast 600 km entfernten Windhuk. Bei der Gelegenheit geht er dann auch schon mal zum Arzt.

Hier wird es nachts richtig dunkel, man kann in einmaliger Klarheit den südlichen Sternenhimmel  studieren. Still ist es ohnehin, Internet oder Handyempfang gibt es nicht. Es ist der perfekte Ort für Ruhe.

In Namtib erwartet einen nicht der Luxus, den man von anderen Lodges kennt. Dies ist ein mehr angepasster Luxus, wie das Land. Man hat den Eindruck, unverfälschtes Namibia zu erleben.

Lüderitz

Irgendwie sind wir etwas lustlos, nach Lüderitz zu fahren. Vielleicht ist der Name der Stadt einfach zu deutsch, unpassend und belastend. Ausserdem müssen wir von dort dieselbe Strecke wieder zurück. Und nach der Einsamkeit der Namtib Farm sind wir gar nicht so versessen auf eine mittlere Stadt, die wegen ihrer bekannten Lage und der vielbeschriebenen Bucht den Tourismus anzieht. Aber wir müssen es gesehen haben.

Sandsturm auf der B4 nach Lüderitz

Ab Aus geht’s auf der B4 nach Westen. Der Sturm treibt den Sand waagerecht über die Strasse, die allerdings gut asphaltiert ist. 120 km langweilige Strecke, schliesslich Kreuzungen, verkehrsreiche Strassen und die ersten Ampeln seit langem. Wir wollen zunächst einmal tanken, seit dem letzten Tankstopp in Solitarie sind wir fast 600 km gefahren. Aber vor der Tankstelle ist eine lange Schlange. Also verschieben wir das auf später und gehen erst einmal einen Kaffee trinken. Der wird uns in der Tat mit einem lohnenden Ausblick auf die Bucht verschönt, und wir gönnen uns eine ausgiebige Pause. Es ist immer noch windig, unsere Begeisterung für die Stadt hält sich in Grenzen, und so beschliessen wir, direkt zurück zu fahren. Wir kommen wieder an der Tanke vorbei, und wieder ist da eine Schlange. Was solls, wir haben noch Reserven für weitere 600 km oder mehr, und wir kommen zurück über Aus, wo eine Tankstelle eingezeichnet ist.

Auf dem Rückweg werden wir von einem Schwarm von Vögeln angegriffen, immer wieder stürmen sie auf das Auto los. Ich kann nicht verhindern, dass einer gegen die Windschutzscheibe knallt und wahrscheinlich nicht überlebt. Nach vielleicht 20 km ist es vorbei, einzelne Vögel noch, dann wieder nichts als Wüste. Wir haben keine Erklärung dafür gefunden.

In Aus übernachten wir auf dem Campground nahe der Strassenkreuzung der B4 mit der C13, die nach Süden an den Fishriver Canyon und weiter nach Südafrika führt. Die Nacht ist windig und kalt. Wir sind die einzigen Camper hier.

Am Morgen haben wir Eisblumen auf der Scheibe. Dabei ist heute der 2. Oktober – Frühling in Namibia. Nach dem Frühstück suchen wir dann die Tankstelle, aber es gibt keine. Möglicherweise ist die Karte zu alt. Ein paar Kilometer weiter gibt es einen Ort, in dem noch eine Tankstelle sein soll. Die finden wir, aber die ist trocken. Das ist ungünstig. Wir wollten von hier nach Süden an den Fishriver Canyon und dann weiter um den Canyon herum, am Fischfluss entlang nach Osten. Das können wir jetzt vergessen. Es bleibt uns nur der 300 km lange Umweg über Keetmanshoop.

Klar, wir schaffen das. Tanken und ein schmales aber leckeres Mittagessen in Keetmanshoop. Und wieder fahren wir ein Stück zurück Richtung Aus, allerdings nur bis kurz hinter Seeheim. Dort nehmen wir die D463 nach Süden und haben diesmal richtig Glück: Es ist eine schöne Strecke und ausserdem die kürzeste zum Fishriver Canyon. Um 14.30 sind wir am Tor zum Canyon Nature Park, und von da ist es nicht mehr weit zum Rand des Canyon. Nach Verlassen der D463 sind es noch 19 km über die allerdings engste Schotterpiste, die wir je gefahren sind, mit Querungen von trockenen Flussbetten und steilen Bergpassagen. Ohne Allradantrieb keine Chance.

Fish River Canyon

Eineinhalb Stunden später beziehen wir einen Bungalow der Fish River Lodge direkt am Rand der Klippen mit dem grossartigsten Blick, den wir je von einer Unterkunft aus hatten.

Blick von der Fish River Lodge auf den Fishriver Canyon

Die Fish River Lodge hat, wie auch die Namtib Desert Lodge, von Anfang an auf den Schutz der Natur gesetzt. Sonnenenergie dient zur Erzeugung von Strom und Warmwasser, die Nahrungsmittel kommen möglichst aus der Region, die Betreiber bieten Wanderungen und geführte Exkursionen an, bei denen der Canyon erfahrbar gemacht wird, ohne der Natur zu schaden. Der private Canyon Nature Park und die Lodge sind Teilnehmer am Namibia Eco Awards Programm mit dem sichergestellt werden soll, dass die Auswirkungen des Tourismus auf die empfindliche trocke Umgebung auf ein Minimum reduziert werden.

Von hier umrunden wir den Fishriver Canyon im Süden entlang der Grenze zu Südafrika und fahren über die B1 zurück nach Windhuk.

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Reisebestsimmungen:

  • Reisepass, der mindestens noch 6 Monate gültig ist
  • EU-Führerschein und
  • Internationaler Führerschein

Impfungen sind nicht erforderlich, wenn man aus Europa einreist. Beachte aber die Hinweise zur Malaria-Prophylaxe weiter unten.

Aktuelle Reisehinweise:

Auswärtiges Amt: Namibia

Auswärtiges Amt: Botswana

Auswärtiges Amt: Simbabwe

Für die Einreise nach Angola und bei der Einreise nach Namibia aus Angola muss eine gültige Gelbfieber-Impfung nachgewiesen werden. Dies geschieht normaler Weise durch den gelben WHO Pass. Falls du nach Angola willst überprüfe rechtzeitig, ob sich an diesen Vorschriften zwischenzeitlich etwas geändert hat. Im Caprivi-Streifen ist die Grenze sehr nah und nur durch einen niedrigen Zaun oder gar nicht gesichert. Ein versehentliches Überschreiten auch nur um wenige Meter verursacht aber erheblichen Ärger mit den Grenzkontrollen beider Seiten und kann zur Inhaftierung führen. Es empfiehlt sich, im Caprivi-Streifen das Grenzgebiet zu meiden.

Malaria

Namibia, Botswana und Zimbabwe sind Malaria-Länder. Malaria wird durch Mückenstiche übertragen. Ein ganzjähriges Ansteckungsrisiko besteht nur in wenigen Gebieten, und zwar in Namibia ganz im Norden: Im Cubango-Tal, im Kunene-Tal und im Caprivi-Streifen, ausserdem in Zimbabwe an den Victoria-Fällen.

Ein Risiko besteht auch in den Monaten November – Juni am Sambesi, am Okavango und am Chobe sowie in einigen nördlichen Teilen Namibias. Der Süden Namibias, die Städte und die Küste sind malariafrei.

Tropeninstitut: Namibia

Das Tropeninstitut empfielt während der Risikozeit die Mitnahme von Malarone® oder Riamet® als Notfallmedikament.

Beide wirken auch gegen die im Caprivi-Gebiet und in der Etosha Pfanne vorkommenden resistenten Erreger. Eins davon solltest du dir vom Hausarzt verschreiben lassen. Malarone kann sowohl vorbeugend als auch zur notfallmässigen Selbstbehandlung eingesetzt werden und hat die geringsten Nebenwirkungen. Leider ist es recht teuer. Inzwischen gibt es aber Generika, die preiswerter sind (Ratiopharm, Stada…). Frage den Arzt oder Apotheker danach!

Einzelheiten zu Risiken und Medikamenten findest du auch bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin:

Empfehlungen der DGT

Zusammenfassend gilt:

In den Monaten November – Juni sollte man ein Malariamittel in der Tasche haben. Für den Besuch der Victoriafälle oder Übernachtungen im Caprivi-Streifen oder im Cubango-Tal gilt das ganzjährig.

Abgesehen davon solltest Du immer die Grundregeln für den Besuch in diesen Gebieten befolgen: Nach Anbruch der Dämmerung lange Kleidung tragen und ungeschützte Körperstellen mit Insektenspray einsprühen.

Sinnvoll ist auch eine Auslandskrankenver-sicherung, die im Notfall den Rücktransport nach Deutschland bezahlt. Manche Premium-Kreditkarten enthalten diese Versicherung.

Reisetipps für Selbstfahrer:

Flüge *

Mietwagen *

4×4 Camper *

Lodges in Kasane *

Lodges nahe Etosha *

Hotels oder Lodges in Swakopmund *

Hotels oder Lodges in Lüderitz *

Fish River Lodge *

Es geht auch ohne Auto:

Rundreise*

Rundreisen Special*

Afrika für wenig Geld

Abenteuerreisen*

Overlander*

Namibia ist kein billiges Reiseland, und Botswana erst recht nicht. Wer nicht selbst fahren will oder wer so billig wie möglich reisen will, hat eine preislich interessante Möglichkeit mit dem Overlander.

Overlander sind geländegängige Trucks mit Busaufbau, grossen Fenstern und Platz für ungefähr 20 Reisende. Übernachtet wird je nach Komfort-Anspruch in einfachen Lodges oder in Zelten auf Campingplätzen. Man lernt Leute kennen, vor allem die Mitreisenden, während sich die Kontakte zu Einheimischen naturgemäss in Grenzen halten.

Eine bekannte und preisgünstige Tour mit dem Overlander ist die Reise von Kapstadt durch Namibia und Botswana an die Victoriafälle. Dabei steuert der Fahrer die Highlights eines jeden Landes an.

Overlander auf einem Rest Camp im Etosha Nationalpark

Was sich erst einmal gut anhört ist allerdings nicht jedermanns Sache. Man sitzt viele Stunden neben denselben Reisenden im Truck. Mal eben anhalten geht natürlich nicht, ebenso wenig kann das Fenster geöffnet werden, wenn der Nachbar das nicht will. Und mangels Internet greift mancher zum Walkman.

Preislich ist diese Art zu Reisen aber unschlagbar. Für Backpacker daher ein Tipp!

Tripadvisor zu Overlanders

Reisetipps für Individualisten:

Eine gute Mischung aus Abenteuer und Komfort ist die Reise mit einem campingtauglichen Allradauto und die gelegentliche Übernachtung in Lodges, vielleicht auf Gästefarmen. Aus Kostengründen empfiehlt es sich daher, den Mietwagen und einige planbare Übernachtungen in Lodges frühzeitig zu buchen. Alles Andere kann dann unterwegs spontan entschieden werden.

Ein geländetaugliches Auto ist ein Muss, wenn man sich nicht nur auf asphaltierten Strassen bewegen will, und das macht wenig Sinn. Es empfiehlt sich also ein 4×4 mit Campingausrüstung, möglichst mit Dachzelt.

Übernachtung am Klein-Aus Vista Desert Horse Campsite

Ein Dachzelt hat gegenüber einem normalen Zelt deutliche Vorteile:

  • es ist sicherer als ein Bodenzelt (Skorpione, Spinnen)
  • es ist leichter sauber zu halten
  • es ist mit wenigen Handgriffen aufgebaut
  • es nimmt keinen Platz weg

Alternativ kommt auch ein Pickup mit Wohnkabine auf der Ladefläche in Frage.

Ein Wohnmobil, wie es in Europa gebaut wird, wäre, falls das überhaupt angeboten wird, wenig sinnvoll. Das Fahrzeug muss in Namibia eine gewisse Bodenfreiheit und einen geringen Radüberstand haben, um Schotterstrassen und Bachquerungen passieren zu können. Sonst bleibt es stecken oder es setzt auf. Auch müssen Antrieb und Reifen geeignet sein, mit Sand- und Schotterpisten zurecht zu kommen. Für tiefen Sand, etwa am Sossusvlei, gilt immer noch: Allrad plus Drehmoment, je mehr desto besser.

Die Allrad-Autos sind im Juli und August am teuersten, aber auch sonst nicht billig. Es gibt Unterschiede, abhängig vom Versicherungspaket und vom Service (Transfers, Ausrüstung).

Ein normaler Kleinwagen würde nur einen Bruchteil kosten, ist aber für Überlandstrecken nicht zu empfehlen.

Kasko-Versicherung:

Unfälle, Fahrzeugdiebstahl, Steinschlag, Kratzer, Glasbruch und Reifenpannen sind Risiken, die versichert sein sollten.

Die Bezahlung des Leihwagens mit einer Premium-Kreditkarte, in der eine Kasko-Versicherung bereits enthalten ist, kann sinnvoll sein. Siehe unter Kreditkarten.

Strassenverhältnisse:

  • In Namibia, Botswana und Simbabwe ist Linksverkehr
  • Nächtliche Überlandfahrten solltest du vermeiden. Das hat mehrere Gründe: Andere Autofahrer fahren ohne Licht, auch ausserhalb der Ortschaften. Es laufen Menschen am Strassenrand, die man im Dunkeln zu spät sieht, Tiere kreuzen die Fahrbahn, die man im Dunkeln nicht kommen sieht. Strassenschäden, Bachquerungen u.a. sind nicht rechtzeitig erkennbar.
  • Im Fall einer Panne ist nicht oder erst spät mit Hilfe zu rechnen
  • Bei Gegenverkehr auf Schotterpisten mit dem Tempo deutlich runter gehen und ganz links halten. Beide Fahrzeuge hinterlassen eine Staubwolke, die die Sicht behindert. Und von beiden Fahrzeugen können Steine hochgewirbelt werden
  • Bachquerungen können wegen ihrer teils steilen Ufer nur langsam und manchmal sogar nur im flachen Winkel überquert werden
  • Das Übernachten ist nur auf Campingplätzen zu empfehlen

Tanken

  • Tanken, wenn der Tank halb leer ist
  • Genug Bargeld für Benzin mitnehmen.
  • Kreditkarten werden nur in den Städten akzeptiert, und auch da nicht immer
  • An den meisten Tankstellen gibt es einen Tankwart, keine Selbstbedienung. Ein kleines Trinkgeld bitte einplanen

Routenplanung

Plane deine Routen so, dass du vor der Dunkelheit ankommst

Gute Strassen ermöglichen hohe Tageskilometerleistungen. Es gibt folgende Strassen-Arten:

  • B-Strassen sind Nationalstrassen. Sie sind asphaltiert, zweispurig und gut ausgebaut. Das Tempolimit liegt meist bei 120 km/h
  • C-Strassen sind Hauptstrassen oder gut befahrbare Schotterpisten. Tempolimit 80 km/h.
  • D-Strassen: Schotterpisten
  • In geschlossenen Ortschaften gilt Tempo 60

Auf B-Strassen sind bei trockenem Wetter Tagesstrecken von max. 600 km möglich.

Auf Schotterpisten sind Tagesstrecken nur bedingt planbar. Die Routen, die wir gefahren sind, können nur ein Anhaltspunkt sein. Die Verkehrsverhältnisse bei Nässe sind völlig andere, und Eventualitäten spielen immer eine Rolle.

Geld

Oft muss bar bezahlt werden. Bargeld ist an Geldautomaten und bei Banken in den Städten verfügbar. Die Geldautomaten nehmen die gängigen Kreditkarten an und oft auch Maestro-Karten (EC-Karten). Ggfs. muss deine EC-Karte für das südliche Afrika freigeschaltet werden!

Der Namibia-Dollar ist an den Südafrikanischen Rand gekoppelt, beide Währungen werden also 1/1 gehandelt. Im Grenzgebiet werden beide Währungen akzeptiert. Als Wechselgeld bekommt man gelegentlich eine Mischung.

Rundreise Namibia*

Reiseführer:

Bildbände:

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