Ausstattung

Die Camping-Ausstattung im Wohnmobil

Zwischen einer minimalen Survival-Ausrüstung und dem Komfort zu Hause liegen Welten. Was also soll mit?

Die Camping-Grundausstattung

Was letzten Endes alles ins Wohnmobil rein passt, hängt eindeutig von der Grösse ab. Die wiederum ist Ansichtssache. Je grösser, desto bequemer, aber auch desto unbeweglicher reist man. Wir haben hier eine Übersicht erstellt, welche Teile als Grundausstattung fast immer sinnvoll sind. Kauftipps, bewährt und preiswert, haben wir in der rechten Spalte verlinkt.

Immer an die begrenzte Zuladung denken! Es soll ja einiges mitgenommen werden: Fahrräder, Lebensmittel- und Getränkevorräte, gefüllte Tanks und die Mitreisenden mit ihrem üblichen Gepäck on top. Das Limit ist schnell erreicht. Am sichersten ist es, einmal mit dem reisefertig gepackten Auto auf eine öffentliche Waage zu fahren.
Im Übrigen hilft leider nur, Gewicht überall einzusparen, wo es möglich ist.

Strom

Wer sich komplett auf autarkes Stehen eingerichtet hat, kommt mit dem Strom aus dem Bordnetz aus. Wer aber keine Solaranlage hat, mehrere Tage an einem Ort stehen und dabei fernsehen will, braucht Landstrom.

Den gibt’s auf Campingplätzen und auf gut eingerichteten Stellplätzen. Zum Anschluss gebräuchlich sind neben Schuko-Steckdosen die bekannten CEE Drehstrom-Anschlüsse. Es werden also beide Systeme benötigt. Üblicher Weise wird man ein langes Schuko-Kabel auf einer Kabelrolle wählen und dazu CEE Adapterkabel beiderseits für den Anschluss ans Wohnmobil und an die Landsteckdose. Die CEE-Adapterkabel sollten 1,5m lang sein, grade lang genug , um bis unter das Wohnmobil zu reichen, damit die Steckverbindung vor Regen geschützt ist. Für die Verlängerung ist eine Kabeltrommel mit normalem 3-adrigen Kabel am besten, das leichter und billiger ist als CEE-Kabel. Eine Kabeltrommel mit 25m, das reicht. Das Kabel sollte robust genug sein, damit Fahrzeuge ggfs. darüber fahren können.

Gas

Gasflaschen sind unverzichtbar und immer schwer. Üblich sind Stahlflaschen mit 11 kg oder kleinere mit 5 kg Propangas-Füllung. Wenn sie leer sind, werden sie gegen volle getauscht. Die Tauschkosten für die volle 11 kg Flasche liegen derzeit bei ca. 20 Euro.

Es gibt für alle Grössen auch Alu-Flaschen. Die haben den Vorteil, dass sie etwa 7 kg weniger wiegen. Sie sind teuer, und die Tauschmöglichkeiten sind nicht ganz so häufig. Allerdings sind Alu-Flaschen im Kommen. Etwa ein Drittel aller Gasflaschen, die derzeit in Deutschland im Camping-Einsatz sind, sind bereits aus Alu.

Wer gerne ausserhalb des Wohnmobils kocht, aus Platzgründen oder um Gerüche und Fettspritzer draussen zu halten, wird sich vielleicht für eine kleinere Zusatz-Gasflasche interessieren.

Gaswarner

Ein Gaswarner im Innenraum ist nicht unbedingt notwendig, aber er beruhigt. Optimal sind Geräte, die Propan, Butan, Kohlenmonoxid und Narkosegase erkennen.

Der Nachtwächter für alle Gas-Arten

Der Stromverbrauch von Gaswarnern ist minimal. Der fest eingebaute Typ ist vorzuziehen – anschliessen und vergessen. Mobile Gaswarner machen Sinn bei gemieteten Mobilen und auch nur dann, wenn man eine Steckdose hat, die auch bei ausgeschalteter Zündung Strom liefert. Das ist im Aufbau-Stromkreis der Fall. Diese Steckdose ist dann allerdings dauerhaft belegt und kann nicht mehr für das Laden von Telefonen oder anderen Akkus verwendet werden.

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Wasser

Auf fast allen Campingplätzen findet man an der Wasserstelle einen Schlauch vor, der lang genug ist, um den Wassertank zu befüllen. Auf Stellplätzen ist das die Ausnahme. Wer unabhängig sein will, oder wer den am Platz vorhandenen Schlauch aus hygienischen Gründen nicht benutzen will, muss einen eigenen Trinkwasser-Schlauch dabei haben. Der Anschluss sollte universell sein und sowohl auf ein Wasserhahn-Gewinde, einen Gardena-Steckverbinder oder auf einen einfachen Wasserkran adaptiert werden können. Rechts ist ein qualitativ hochwertiger halbzölliger Schlauch verlinkt, der für Trinkwasser geeignet ist.

Zur Desinfektion des Wassertanks und zur Beseitigung von Biofilm im Tank und in den Wasserleitungen wird eine Chlordioxid-Lösung empfohlen, mit der der Tank zu Beginn der Saison durchgespült wird. Chlordioxid ist das wirksamste und gleichzeitig materialschonendste Mittel zur Trinkwasser-Desinfektion und zur Beseitigung von Algen.

Zur Konservierung des Wassers haben sich Silberionen bewährt. Die Silber-Netze von Aquatec gibt es für unterschiedliche Tankgrössen.

Abwasser

Zusätze zum Grauwasser sind erhältlich, aber wenig sinnvoll. Sie haben keinen Einfluss auf die Sauberkeit des Abwassertanks und belasten die Umwelt, da sie in der Regel toxisch für Kleinstlebewesen in Gewässern sind. Der Abwassertank wird automatisch mit gereinigt, wenn zum Anfang der Saison der Frischwassertank und die Leitungen desinfiziert, gespült und entleert werden.

Toilette

Die Chemietoilette verlangt nach Zusätzen, die Geruchs-mindernd wirken und alle Feststoffe auflösen, auch das Toilettenpapier. Es gibt sie in Form von sogenannten Sachets oder flüssig. Die Sachets sind praktischer, die Anwendung kostet aber das Doppelte der Flüssigkeit. Die blauen Chemie-Zusätze gelten als der Standard, sie werden allerdings immer weniger akzepiert. Vor allem private Plätze verlangen ökologisch neutrale Toilettenzusätze. Auch aus Umweltgründen würdest du also mit einer der grünen Varianten besser fahren. Leider arbeiten bekannte Marken, Dometic und Thetford, immer noch mit Formaldehyd. Wirklich umweltfreundlich sind Awiwa und das noch günstigere Ammovit-Pulver (unser Tipp rechts).

Als Papier sollte besonders leicht auflösbares Toilettenpapier benutzt werden, um eine Verstopfung der Kassette zu vermeiden. Entscheidend ist, dass es 2-lagig ist, nicht mehrlagig. Toilettenpapier gibt es von Thetford, Fiamma, Camp4 und Dometic. Teuer sind sie alle. Unsere günstigste Einkaufsquelle ist in der Link-Spalte rechts.

Auffahrkeile

Wer sich eine Suppe kochen will, weiss ebenen Untergrund zu schätzen, und bei unebenem Grund eben die Auffahrkeile. Die Keile sollten belastbar sein und gross genug, um in feuchtem Boden nicht einzusinken. Auf grösseren Keilen lassen sich Höhenunterschiede auch besser nivellieren. Praktisch sind die Keile, die gleich in einer Tasche geliefert werden. Sie fliegen dann nicht einzeln im Stauraum herum.

Warnwesten, Warndreieck und Verbandskasten

sind gesetzlich geforderter Bestandteil der Fahrzeugausrüstung. Für den Fall der Fälle,dass doch etwas fehlt, und weil Warnwesten für alle Mitfahrer dabei sein sollten, gibt’s die Links in der rechten Spalte.

Warntafeln für Italien und Spanien

Ein Fahrradträger, der über die Stossstange übersteht, muss in Italien und in Spanien durch eine Warntafel kenntlich gemacht werden – auch, wenn er leer und eingeklappt ist. Die Tafeln müssen 50 x 50 cm gross sein, reflektierend und aus Metall.

Feuerlöscher

Ein Feuerlöscher ist ein kleines Ding mit grosser Wirkung. Bereits ein 2kg-Pulverlöscher kann Schlimmes verhindern. In Polen ist das Mitführen eines Feuerlöschers gesetzlich vorgeschrieben.

W-LAN Router

W-LAN fürs Wohnmobil gibt es inzwischen für wenig Geld. Der Huawei Router nimmt eine SIM-Karte auf und ermöglicht über W-LAN den Anschluss von Tablet, Smartphone, Navi und allen anderen Geräten, die ans Internet sollen. Er ist ein kleines, flaches Ding, handlich, einfach zu bedienen, das mit dem eingebauten Akku stundenlang durchhält. Den Router kann man mit einem USB-Kabel über das Bordnetz laden.

Internet unterwegs
Kleiner und leichter als ein Smartphone: mobiler W-LAN Router

Die Technik wird schnell weiterentwickelt. Schnellere und zukunftssichere W-LAN Router anderer Marken stellen wir in unserem Artikel Internet unterwegs vor. Da gibt es auch Hinweise zur SIM-Karte.
Das wär’s erst einmal mit der Grundausstattung. Alles Andere ist sozusagen die Kür. Sieh dir dazu den Artikel Tipps & Tricks an, in dem Routiniers aus der Schule plaudern und verblüffende Lösungen für alle möglichen Probleme verraten.