Reiseberichte

Baltikum

Mit dem Wohnmobil zum UNESCO Welterbe auf die Kurische Nehrung, an die einsamsten Küsten Lettlands, in die Altstadt von Tallinn, in den nördlichsten Nationalpark Estlands und zum Berg der Kreuze in Litauen.

Polen

Auf dem Weg ins Baltikum entschliessen wir uns für einen Umweg nach Masuren. Die Seenplatte im Norden Polens hat ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Hier gehen die Uhren langsamer. Ein- oder zwei Tage Zwischenstopp und Ausspannen, und die Reise beginnt erholsam. Und mit viel Auslauf für Paco. Es gibt zahlreiche Stellplätze und fast alle liegen direkt an einem See.

Landstrassen sind in Polen landschaftlich absolut lohnend, aber zeitaufwändig. Sie lassen sich auch nicht vermeiden, wenn man in den Masuren unterwegs ist. Dem Navi wird man die schnellste Route abverlangen. Trotzdem ist ein Schnitt von 40 km/h schon eine gute Leistung. Man sollte sich nicht zuviel vornehmen, wenn man noch weiter will.

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Litauen

Schön, dass Litauen an der Landesgrenze ein Schild aufgestellt hat. So weiss man, wann man von Polen über die Grenze kommt. Da hält dich keiner auf, das Land wird weiter und die Strassen besser.

Direkt hinter der Grenze lohnt ein Abstecher an den Wystiter See. Ganz im Westen gelegen beginnt auf der anderen Seite schon die russische Enklave Kaliningrad. Der Campingplatz Pusele ist ein Tipp, um schon einmal fast skandinavische Klarheit zu atmen und dem Sonnenuntergang über dem Wasser mit einem Sundowner auf die Sprünge zu helfen. Originelle Kunst aus dem Altmetall von Kraftfahrzeugen gibt dem Platz ein exklusives Flair.

Die Strecke nach Klaipeda führt über Jurbarkas. Da ist auch die einzige Brücke über die Memel jenseits der Autobahn. Die hellgraue Holzkirche Arkangelo Mykolo zieht den Blick auf sich, und im Supermarkt ist Gelegenheit, die Vorräte zu günstigen Preisen aufzustocken. Die Strassen sind hervorragend, die Reisegeschwindigkeit auf Landstrassen ist deutlich höher als in Polen, die Landschaft hat deutlich baltische Züge.

Von Klaipeda geht die Fähre auf die Kurische Nehrung, die für Naturliebhaber der Höhepunkt der Baltikum-Rundreise sein dürfte. Dort liegt ganz im Süden kurz vor der russischen Grenze die Ortschaft Nida (Nidden). Der Campingplatz ist der einzige auf der Nehrung. Es gibt dort keine Restaurants und keine Einkaufsmöglichkeiten, er liegt aber in Fussentfernung vom Ort.

Sandstrand, so weit das Auge reicht! Die Kurische Nehrung ist ein 98 km langer schmaler Landstreifen, der das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Die Nehrung gehört grenzübergreifend zu Russland zum UNESCO Weltkulturerbe, die in Europa einmalige Landschaft mit den Wanderdünen ist in Litauen als Nationalpark Kurische Nehrung unter Naturschutz gestellt.

Lettland

Restaurant am Campingplatz Verbelnieki bei Liepaja

Auf der Küstenstrasse nach Norden geht es, Europa sei dank, fast unbemerkt über die Grenze nach Lettland. Ein sehr schöner Stellplatz ist der Platz Verbelnieki kurz vor Liepaja. Ein gutes Restaurant (unser Tipp: die Soljanka!) versöhnt mit den Improvisationen vergangener Tage, und die mustergültige Tierhaltung ist überraschend und zeigt Möglichkeiten auf. Feinster Sandstrand bis zum Horizont!

Die Hauptstadt Lettlands ist an sich schon eine Reise wert. Vielleicht zieht man es vor, Riga zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal im Rahmen eines Städtetrips zu besuchen. Nach Möglichkeit sollte man sich mehr als nur einen Tag Zeit nehmen. Tipps dazu nebenan.

Es bietet sich an, die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuss zu erkunden. In Riga fahren immer noch die Oberleitungsbusse, die für deutsche Grossstädte inzwischen eine abgasfreundliche Alternative wären. Das Schwarzhäupterhaus in der Altstadt, die Alberta iela, die Hauptstrasse des berühmten Jugendstilbezirks in der Neustadt, und schliesslich der mit einer kurzen Bahnfahrt erreichbare Stadtstrand Jürmala sind sehenswert, ebenso die Bischofsburg Turaida, von deren Turm man einen weiten Ausblick in die grossenteils unberührte Natur hat. Und just for fun sollte man sich einen Besuch auf dem Zentralmarkt in der Nähe des Bahnhofs gönnen, auf dem es alles zu kaufen gibt, Lebensmittel, frische Pilze, Fische, ganze Schweine, Schuhe, Reisetaschen und Souvenirs.

Estland

Estland ist das kleinste der drei baltischen Länder, aber das wirtschaftlich erfolgreichste und das spürbar innovativste. Der Puls der Städte ist schneller, der Service besser, der Verkehr dichter, die Auswahl an Speisen grösser und der Himmel höher.

Die Hafenstadt Pärnu am nördlichen Ende des Rigaischen Meerbusens gilt als Sommerhauptstadt Estlands. Mit ihrem langen Sandstrand, Clubs und Restaurants tobt in den Monaten Juni bis August hier das Leben, in der übrigen Zeit des Jahres ist es ein angeblich verschlafenes Provinznest.

Ein Stellplatz ohne alles liegt mitten in der Stadt am Pärnu Fluss. Der Platz hat alles Andere als Charme, bietet aber immerhin einen Ausblick auf den Fluss und liegt ideal als Ausgangspunkt ins Restaurantviertel.

Die Auswahl an Restaurants ist überwältigend. Wer die häufig angedeutschten Namen und Einrichtungen eher befremdlich findet, möge sich daran erinnern, dass dieser Urlaubsort in erster Linie estische Gäste erwartet.

Auch die Inseln im Nordwesten sind als Urlaubsgebiet beliebt. Die grösste davon, Saaremaa, ist grösser als das Saarland. Man kommt dahin mit der Fähre nach Muhu und fährt dann über einen Damm. Die Stell- und Campingplätze auf der Insel sind überraschend günstig und bieten reichlich Platz, ausser vielleicht zur Sonnwendfeier am 24. Juni, wenn überall in Estland mit grossen Feuern der längste Tag gefeiert wird. Dann ist auf Saaremaa Hochsaison.

Auch auf dem Festland bieten kleine Ortschaften und stille Buchten grossartigen Ausblick auf die Ostsee. Stellplätze finden sich teilweise im tiefsten Wald, etwa bei Paldiski, wo früher das Militär grosse Bereiche hermetisch abgeschirmt hatte.

Die Hauptstadt Tallinn ist mit 450.000 Einwohnern das wirtschaftliche, politische Zentrum Estlands. Hier gibt es alles. Der Hafen zieht im Sommer oft mehr als ein Kreuzfahrtschiff am Tag an. Vor allem bekannt ist die Altstadt. Fahre nicht allzu nah an die Altstadt heran. Je näher du kommst, desto teurer die Parkplätze. Siehe dazu rechts unseren ParkLink.

Hier lohnt es sich, einen Tag zu Fuss einzulegen. Der Rathausmarkt ist mittelalterlich schön. Allein hier einen Kaffee zu trinken macht den Spaziergang schon lohnenswert. Von hier gehen alle Wege ab. Die von deutschen Kaufleuten im 13. Jh. erbaute Nikolaikirche, das Dominikanerkloster und natürlich die Alexander-Newski-Kathedrale sind sehenswert. Die Katharinenpassage der Künstler lädt zum Shoppen von Kunsthandwerk ein, und die Aussichtsplattform in der Oberstadt zum Fotografieren. An Restaurants ist alles vertreten, und natürlich findet sich auch hier wieder ein deutscher Einschlag. Wer also Lust auf ein Schweineschnitzel Wiener Art hat – absolut kein Problem.

Nur eine Autosstunde östlich beginnt der Nationalpark Lahemaa . Das 725 qkm grosse Gebiet am Finnischen Meerbusen steht seit 1971 unter Naturschutz und war in sowjetischen Zeiten Sperrgebiet. So konnten sich bedrohte Tierarten wie Luchse, Nerze und Bären ansiedeln, Seeadler, Schwarzstörche, Kraniche und etwa 200 Vogelarten können beobachet werden. Zerklüftete Buchten und Findlinge aus der Eiszeit prägen die Küstenlandschaft. Küstendörfer und Freilichtmuseen sind sehenswert und inzwischen auf Gäste eingerichtet. Schau dir den Ort Käsmu an, der einst für seine vielen Kapitäne bekannt war.

Die Grenzstadt Narva ist stark russisch geprägt. Hier an der Ostgrenze der EU dominiert die sowjetische Vergangenheit das Stadtbild, und die Mehrheit der Einwohner spricht Russisch. Die Hermannsfeste, die Ordensburg aus dem 13. Jahrhundert, und die gegenüber auf der anderen Seite der Narva liegende Festung Ivangorod, zeugen von Kriegen bis ins 18. Jahrhundert, die wechselseitig gewonnen wurden.

Auf dem Weg nach Süden kommst du an den Peipussee, den grössten Grenzsee Europas, etwa 7x so gross wie der Bodensee, aber durchweg flach. Am Nordufer bei Kauksi am langen Sandstrand fühlt man sich fast wie am Meer. Hier gibt es eine grosse Auswahl an Camping- und Stellplätzen, die im Juni und Juli gut gebucht sind. Fischerfrauen verkaufen an der Strasse geräucherte Forellen.

Die Universitätsstadt Tartu ist mit 100.000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Estlands und gilt als geistiges und kulturelles Zentrum des Landes. Sie zieht Studenten und Wissenschaftler aus aller Welt an, das Stadtbild ist bunt und belebt und wirkt wenig touristisch. Der Rathausplatz im Zentrum ist teils von klassizistischen, teils von Nachkriegsgebäuden umringt. Hier beginnt die Fussgängerzone mit Restaurants, Bars und kleinen Läden, seitlich davon die Johanneskirche, die grösste Backsteinkirche Estlands. Der Botanische Garten erlaubt einen kostenlosen Spaziergang über das Freigelände. von den Turmstümpfen der Domkirche, die auf dem Berg alles überragt, hat man einen weiten Ausblick über die Stadt und darüber hinaus.

Litauen

Berg der Kreuze bei Siauliai

Auf der Rückfahrt solltest du einen Umweg an den Berg der Kreuze machen. 10 km nördlich der Industriestadt Siauliai stehen auf einem Hügel zehntausende Kreuze, teilweise behangen mit kleineren Kreuzen. Nach den Aufständen im 19. Jahrhundert gegen die Russen sollen Anwohner hier die ersten Kreuze für ihre im Kampf gefallenen Angehörigen aufgestellt haben, von denen sie nicht wussten, wo sie begraben sind. Die sowjetischen Machthaber liessen die Stätte mehrfach einebnen, doch die Litauer brachten immer mehr Kreuze hierher, besonders in den 80er Jahren. Es entstand eine Stätte nationalen Gedenkens und ein Symbol des Willens zur Unabhängigkeit verbunden mit tief empfundener Religiosität

Nur ein paar km weiter an einem Restaurant ist ein Stellplatz, der kaum Wünsche offen lässt.

Die Hauptstadt Vilnius mit mehr als einer halben Million Einwohner ist eine Stadt der Kirchen. 40 sollen es allein in der Altstadt sein, die grossenteils sorgfältig restauriert ist und seit 1994 zum UNESCO Welterbe gehört. Der wirtschaftliche Aufschwung zeigt sich mit den grossen Modelabels, die hier ihre Filialen haben, wie auch im Stassenverkehr. Der Gediminasturm auf der oberen Burg ist so etwas wie das Wahrzeichen der Stadt. Von der Aussichtsplattform ist ein Blick über das Kuppel- und Türmemeer der Stadt möglich.

Die Vilnius City Card beinhaltet alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Allerdings ist fast alles gut zu Fuss erreichbar, und der Eintritt in Museen kostet meist weniger als 5€.

Über eine der Brücken über die Vilnia kommt man in die Künstlerrepublik Uzupis. Das früher heruntergekommene Stadtviertel erklärte 1997 in einer Kunstaktion seine Unabhängigkeit von Litauen. Künstler, die ursprünglich wegen der niedrigen Mieten hierher gezogen waren, hatten die verfallenden Häuser restauriert und die grauen Wände mit Farbe verschönt. Heute ist das Viertel mit seinen Ateliers und Cafes eine beliebte Wohngegend.

30 km südwestlich von Vilnius liegt zwischen mehreren Seen die Wasserburg Trakai. Die aufwändig restaurierte und wunderschöne Anlage ist ein nationales Symbol Litauens und der Stolz des ganzen Landes. Auf dem Steg über den See und dem Innenhof der Burg trifft man Besucher aus aller Welt.

Parken in der Nähe der Burg ist gebührenpflichtig, je näher desto teurer. Der Busbahnhof liegt ca. 2,5 km südlich der Burg. Von Vilnius fahren täglich bis zu 50 Busse nach Trakai

Der Rückweg durch Polen führt uns noch einmal in die Masuren, wieder über Landstrassen, zu einem Stellplatz bei Pozezdrze, das Camp am Teich. Hier wird es noch einmal richtig interessant: Weitgereiste Leute und viele Spielgefährten für Paco. Wir trinken einen original russischen Vodka am Lagerfeuer, während Elvira und Herbert von ihrer Reise nach Murmansk erzählen.

Das hört sich spannend an. Ein Abenteuer – vielleicht nächstes Mal.

Einreisebestimmungen:

  • Personalausweis
  • EU-Führerschein

Es gilt Reisefreiheit nach dem Schengener Abkommen. Kontrollen bei der Einreise sind nicht zu erwarten.

Unser Tipp: Mit dem Wohnmobil fahren. Wer (noch) keins hat oder eine Probetour machen will, für den ist ein Mietfahrzeug die richtige Lösung.

Tipps für günstige Miet-Angebote:

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Klönschnack in Verbelnieki – mehr zu unseren Stellplätzen im Baltikum

So geht’s auch:

Rundreise mit Flug, Mietwagen und Hotels – Kombi-Angebot mit Rabatten:

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Übernachten:

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Die Altstadt von Tallinn muss man zu Fuss erkunden. In der Unterstadt parken und dann laufen!

Parken in Tallinn

Idee für einen Ausflug:

Von Tallinn gehen mehrmals täglich Schnellfähren nach Helsinki. In 2 Stunden ist man da. Unser Tipp: Ohne Auto übersetzen – man spart Geld und ist bei der Buchung flexibler.

Die Lutherische Domkirche St. Nikolaus in Helsinki

Lieber ganz ohne Auto?

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Stimmt die Fotoausrüstung?

Packliste für’s Wohnmobil

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