Stellplätze

Baltikum

Sandstrand so weit das Auge reicht, und noch ein paar 100km weiter. Noch gibt es keinen Massentourismus, wenn man von den Kreuzfahrtschiffen absieht, die tausende Menschen über die Innenstädte ergiessen. Aber ausserhalb der grossen Hafenstädte kann man befreit durchatmen.

„Wildes“ Campen

Freies Campen ist in den baltischen Staaten ausserhalb geschlossener Ortschaften grundsätzlich erlaubt, z. B. auf Parkplätzen oder an Grillplätzen, an denen keine Verbotsschilder stehen. Gelegentlich sind selbst im Ort Parkplätze als Stellplätze ausgewiesen. Ggfs. muss die Parkgebühr entrichtet werden. Da gibt es keinen Service, kein Wasser und keinen Strom, aber das Übernachten im Wohnmobil geht in Ordnung. Beschränkungen gibt es in Naturschutzgebieten und Nationalparks.

Generell ist die Toleranz für freies Campen eher gross. Wer sein Verhalten anpasst und deutlich macht, dass er die örtlichen Sitten und Gepflogenheiten respektiert, wird grade im Baltikum keine Probleme haben. Es gilt im Prinzip die selben Regeln zu beachten, die für Skandinavien gelten:

  • Niemand darf durch das Campen gestört oder gar behindert werden.
  • Privatgrund (auch Wald oder Weideland) nicht betreten oder befahren.
  • Die Naherholungsgebiete der Städte meiden, insbesondere an Wochenenden.
  • Ein Gespür für die örtlichen Gepflogenheiten entwickeln. Auf Beschilderungen achten, die Hinweise für Camper geben können. Mit anderen Wohnmobil Reisenden sprechen, die man trifft, und Besonderheiten erfragen.
  • Unauffällig campen. In Sichtweite der Strasse oder von Wohnhäusern nicht die Stühle und den Tisch raus stellen, keine Markise.
  • Nur eine Nacht bleiben, höchstens zwei.
  • Den Platz aufgeräumt verlassen, selbst wenn er das vorher nicht war.

Als wir hinter Narva rechts von der Hauptstrasse in eine Seitenstrasse abgebogen waren, um in Ruhe die Karte zu studieren, hielt ein alter Mann auf seinem Fahrrad neben uns. Er wollte nur kurz mit uns plaudern und schenkte uns dann selbst gepflückte Pflaumen, fast alle, die er in seiner Tüte hatte. Einfach so. Geld lehnte er ab. Wir waren berührt, auch, als wir später die Pflaumen gegessen haben.

Wir sollten diesen Menschen zeigen, dass wir sie und ihr Land schätzen. Den Platz aufzuräumen ist nur eine Kleinigkeit, aber sie ist doch Ausdruck von Wertschätzung.

Litauen

Pusele – ganz im Südwesten

Direkt hinter der litauischen Grenze links und dann immer gradeaus. Ein grosszügiger Platz, der sofort das Gefühl vermittelt, im nördlichen Ausland zu sein. Es ist alles da, was man braucht. Ein Künstler stellt seine Werke aus. Auf der anderen Seite des Sees liegt die russiche Enklave Kaliningrad.

Nida – Kurische Nehrung

Die Dünen sind spektakulär. Abends ist das Licht am besten, die hügelige Landschaft tritt hervor, die Fernsicht ist grossartig. Anschliessend geht man gleich weiter ins Dorf und gönnt sich ein leckeres Abendessen. Der Platz ist in Ordnung, wenn auch voll. Es gibt auch keine Alternative.

Siauliai – Berg der Kreuze

Am Restaurant Girele gibt es einen Stellplatz und auch Hütten mit Waschräumen und eine Wiese. Nichts Aufregendes, aber ruhig genug um Auszuschlafen.

Lettland

Verbelnieki – Ostseestrand vom Feinsten

Der grosszügige Platz liegt hinter einer bewaldeten Düne am Strand. Ein Wildgehege schliesst sich an. In dem Restaurant sitzt man gut und isst auch gut und trifft nette Leute.

Estland

Pärnu – Fast umsonst mitten in der Stadt

Ein Parkplatz als Stellplatz, ohne alle Einrichtungen, aber mitten in der Stadt. Er ist nur wenige 100 m vom Restaurantviertel entfernt. Der Blick über den Fluss versöhnt mit der sonst eher tristen Umgebung.

Paldiski – Kostenlos direkt am Finnischen Meerbusen

Näher an der Natur geht’s nicht – kostenlos und ganz legal. Die staatlilche Forstbehörde betreibt diesen kostenlosen Campingplatz direkt am Finnischen Meerbusen. Es gibt einen Grillplatz und ein Trockenklo, Strand und Wald, und jede Menge Natur. Vorsicht bei Waldbrandgefahr!

Vosu – Nationalpark Lahemaa

Mitten im Ort ist ein Parkplatz als Stellplatz ausgewiesen, gleich neben einem Restaurant. Sanitäreinrichtungen sind am Strand in etwa 200m Entfernung.

Kauksi – Jugendplatz am grossen See

Der Platz unter Bäumen wirkt etwas eng. Er ist hauptsächlich für Gruppen konzipiert und dürfte in der Hochsaison gut besucht sein. In der Nebensaison bleibt die Schranke unten und die Platzbetreuerin kommt auf Anruf. Das klappt recht zügig. Auf der anderen Seite der kleinen Strasse kommt man an den See.

Kiviranna – Binnensee mit Steinstrand – eine Seltenheit

Kiviranna heisst tatsächlich Steinstrand. Der Binnensee direkt am Platz lädt trotzdem zum Baden ein, nach der Sauna vielleicht. Obwohl der Platz nahe an der Strasse liegt ist er doch ruhig.

Hier haben wir Stellplätze und Campingplätze besucht:

Litauen

Lettland

Estland

Und in Skandinavien:

Dänemark

Schweden

Norwegen

Finnland

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