Deutschland

Geopark TERRA Vita

Ein Blick in den Lebenslauf der Erde reicht bis 120 Millionen Jahre zurück

Im Geopark wird Erdgeschichte sichtbar

Eiszeitliche Endmoränen, nacheiszeitliche Moore. Ein Geopark ist ein Gebiet, in dem durch die sichtbare geologische Beschaffenheit die Geschichte der Erde erlebbar gemacht wird. Mit Informationstafeln, Broschüren oder auch geführten Wanderungen wird vermittelt, wie Landschaften entstehen und wie die Art der Böden die Nutzung des Landes beeinflusst. Das Besondere an Geoparks ist, dass sie erdgeschichtliche Phänomene in besonders charakteristischer oder aussergewöhnlicher Weise vorzeigbar machen.

Terra Vita heisst „Erde und Leben“. Der Park und 6 weitere der insgesamt 17 deutschen Geoparks wurden von der UNESCO anerkannt. Damit gehört Terra Vita zum globalen Netzwerk der UNESCO Global Geoparks.

Unsere Tipps:

Wir haben uns im Südwesten des Parks, insbesondere an den Südhängen des Teutoburger Waldes, umgesehen und finden: Diese Gegend ist zum Wandern geschaffen, mehr noch als zum Radfahren.

Baumkronenpfad in Bad Iburg

Der Baumwipfelpfad ist ein auf Plattformen und Stegen angelegter Waldlehrpfad, der die spannende Möglichkeit bietet, gewaltige, teils jahrhundertealte Bäume sozusagen auf Augenhöhe kennenzulernen. Der Eingang ist auf einem Turm.

Auf 600 m Länge führt der Steg an teils 250 Jahre alten Bäumen vorbei, und an 30 interaktiven „Erlebnis- und Lernstationen“ wird attraktiv verpacktes Wissen zu Flora und Fauna und zur Entstehungsgeschichte des Teutoburger Waldes vermittelt. Dabei soll dem Besucher auch das Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge im Kronenbereich eines Waldes vermittelt werden.

Auf den Turm kommt man entweder über eine Treppe oder mit dem Aufzug. Für Hunde sind allerdings beide Wege verboten, die müssen im Auto bleiben.

Lengericher Canyon

Gegen Ende der 70er Jahre wurde der Kalksteinbruch am Kleefeld bei Lengerich aufgegeben, danach blieb ein riesiges Baggerloch zurück. Also wurden zur Regenerierung der Landschaft per Flugzeug grosszügig Baumsamen ausgebracht.

Lengericher Canyon

Der Graben füllte sich mit Grundwasser und an den Abbruchhängen wuchsen Kräuter und der sogenannte Kalkmagerrasen. Die Bäume allerdings nahmen dem Rasen das Licht. Daher wird seit einigen Jahren der Hang von Ziegen beweidet, um Bäume und Sträucher kurzzuhalten. Ausserdem wurde das Biotop unter Naturschutz gestellt. Betreten verboten.

So konnten sich in der Umgebung des Canyons mehr als 500 seltene Pflanzenarten ansiedeln, darunter außergewöhnliche Orchideenarten und Enziane. An sonnigen Tagen schimmern die Kalksteinwände durch das Wasser und färben es türkisblau. Wanderwege führen um das Gebiet herum, und an zwei Stellen kann man von Aussichtspunkten den Canyon sehen.

Top Trail auf den Hermannshöhen

Südlich des Eggegebirges führt der Fernwanderweg „Hermannsweg“ über die Hermannshöhen. Sie gelten als ein regionales Highlight, das laut der offiziellen Webseite zu den „Top Trails of Germany“ zählt. Immer wieder bieten sich Ausblicke auf die Landschaft des nördlichen Münsterlandes, etwa am „Münsterlandblick“ bei Brochterbeck. In der Nähe gibt es mehrere Wanderparkplätze.

Ausblick auf Lengerich und das nördliche Münsterland (mit Tele augenommen)

Auch wenn der Wanderweg in diesem Bereich nicht spektakulär ist, ist er doch aber sehr naturnah, und er gilt als leicht begehbar.

Geopark pur: Dörenther Klippen

„Dreikaiserstuhl“ und „Hockendes Weib“ heissen die bekanntesten Gesteinsformationen der Dörenther Klippen. Bei diesen Klippen handelt es sich um eine Kette von Sandsteinfelsen, die sich über 4 km am oberen Südwesthang des Teutoburger Waldes erstreckt, durchwachsen von Bäumen und umgeben von verwurzelter Erde. Wenn Erdgeschichte irgendwo sichtbar wird, dann hier. Bis zu 40 m hoch sind die Klippen, die vor 120 Millionen Jahren entstanden.

Dörenther Klippen im Geopark Terra Vita

Das Gebiet um die Dörenther Klippen steht komplett unter Naturschutz, ist aber frei zugänglich. Für eine Wanderung bietet sich auch hier der Hermannsweg an, für Radfahrer sind die Wege gesperrt.

Die unmittelbare Umgebung der Klippen lädt zum Klettern ein und wird auch von Klettersportvereinen genutzt. Allerdings wurde die Zahl der Kletterer begrenzt, um die Erosion durch die sportliche Nutzung zu minimieren. Aus diesem Grund wird auch auf die Ausweisung neuer Routen verzichtet.

Es gibt mehrere Wanderparkplätze in der Nähe, die alle kostenlos sind. Der nächstgelegene Parkplatz „Dörenther Klippen“ wird allerdings schnell voll.

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Stellplätze

Wohnmobil-Stellplätze mit V&E sind in dieser Gegend Mangelware. Da ist es natürlich hilfreich, wenn man für einige Tage autark ist und gleich zwischen mehreren einfachen Plätzen wählen kann. Andernfalls wird man vielleicht auf einem der drei Campingplätze stehen wollen.

Wir haben den kostenlosen Stellplatz in Lienen genutzt

StellplatzLienen
AdresseHolperdorp Str. 30,
49536 Lienen
GPS52.155 N, 7.971666 E
Webseitewww.lienen.de
Geländeeben, Schotter
UmgebungHallenfreibad, Waldrand
Preiskostenlos
Frischwasserja
Strom
Grauwasser5,00 €
Chemietoil.
Restaurant1,2 km
Einkauf1,3 km

Ebenfalls kostenlos ist der Stellplatz am Schützenhaus in Georgsmarienhütte.

StellplatzAm Schützenhaus
AdresseSchützenstr. 10,
49124 Georgsmarienhütte
GPS52.200162 N, 8.0404568 E
Webseite:
Geländeteils eben, asphaltiert
UmgebungNähe Zentrum
Preiskostenlos
Frischwasser
Strom
Grauwasser
Chemietoil.
Restaurantja
Einkauf1 km

Bücher und Karten

PublicPress Rad- und Wanderkarte Bad Iburg – Bad Laer – Bad Rothenfelde – Bad Essen, Sassenberg – Warendorf*

Landkarte

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Gabriele M. Knoll

UNESCO Weltnaturerbe und Tourismus*

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Andere besondere Ziele in Deutschland:

Gewachsene Landschaft – und mitten durch ging bis 1990 die Grenze:

UNESCO Biosphärenreservat Schaalsee

Badesteg im UNESCO Biosphärenreservat Schaalsee bei Gross Zecher

Flusslandschaften, Gebirge, Burgen, Städte:

Das Saaletal

Die Burg Ranis über der Stadt Ranis

Wir möchten am Rande nochmal erwähnen, dass wir uns beim Fotografieren an die geltenden Regeln halten. Vor allem achten wir darauf, die Natur zu schonen und Erosion möglichst zu vermeiden. Das heisst allerdings auch, dass die ursprünglichen fotografischen Ideen nicht immer verwirklicht werden können.