Fotowissen

Datensicherung für Fotografen

Notebooks können verloren gehen oder geklaut werden, Festplatten können sich nach einiger Zeit verabschieden, Originaldateien können versehentlich gelöscht werden – was auch immer passiert, die RAW-Dateien sollten im Originalzustand gesichert sein.

Ich greife öfter auf die Originaldateien zurück, als man meinen sollte. Bilddateien, die schon einmal bearbeitet und in jpgs umgewandelt sind, können nur mit Qualitätseinbussen weiter verarbeitet werden. Wenn man sich also nachträglich überlegt, dass man von einem bearbeiteten Foto gerne ein Panoramaformat ziehen oder einen Ausschnitt machen möchte, dann sollte das Original verfügbar sein.

Dazu braucht man zwei Speicherplätze: Ein Archiv, an das man schnell herankommt, und eine Sicherung, der wirklich nichts passieren kann.

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Es wäre ja naheliegend, die Daten in der Cloud zu sichern. Allerdings würden die sehr grossen RAW-Dateien bei der normal eher schmalen Upload-Geschwindigkeit endlos übertragen. Auch ist Speicherplatz in der Cloud im benötigten Umfang nicht kostenlos zu haben. Das Beste ist also immer noch die Sicherung auf eigenen Speichermedien.

Die Ordnung auf dem Arbeits-PC

Voraussetzung für eine unkomplizierte und sichere Datensicherung, bei der nachträglich keinerlei Zweifel aufkommen, welches denn nun das richtige Bild ist, ist die entsprechende Ordnung auf dem PC und ein Workflow, der genau an diese Ordnung angepasst ist.

  1. Mache im Bilderordner von Windows mehrere Unterordner:
  • Bildeingang
  • Bildbearbeitung
  • Bildbeschriftung
  • Bildausgang
  • Rohdaten

Du kannst den Bearbeitungs-Ordnern natürlich beliebige Namen geben. Bei mir heissen sie foto-in, foto-edit, foto-text und foto-out.

  1. Der Workflow sieht jetzt so aus, dass du die Bilder von der Kamera in den Bildeingang importierst. Wenn du mit mehr als einer Kamera arbeitest, importiere auch die Bilder der anderen Kamera.
  2. Im Bildeingang löschst du nur die Bilder, die wirklich vermurkst sind und die du ganz sicher nie benutzen willst.
  3. Die übrigen Bilder sortierst du nach Aufnahmedatum und nummerierst sie durch (dazu mehr im Artikel „Bildoptimierung“). Als Nummerierungssystem kannst du z. B. die Anfangsbuchstaben deines Namens plus die Jahreszahl plus eine laufende Nummer nehmen. Das sieht dann so aus: AB2019-0001 oder AB1900001. Bei jedem neuen Datenimport fängst du mit der nächsten freien Nummer an. Zum Sortieren und Umbenennen der Bilder kannst du ein Bildbearbeitungsprogramm verwenden oder ein Renamer-Programm. Ich benutze ACDSee. So werden automatisch fortlaufende Dateinummern erzeugt.
  4. Die Bilder werden jetzt in den Rohdaten Ordner gezogen und dort in den Unterordner 2019. Dort bleiben sie dauerhaft.
  5. Lösche die Bilder von der Speicherkarte der Kamera. Die Karte kann jetzt wieder benutzt werden.
  6. Mit den Rohdaten arbeitest du, indem du Kopien in den foto-edit Ordner für die Bildbearbeitung ziehst. Die bearbeiteten Bilder kommen in den foto-text oder den foto-out, aber nicht mehr in die Rohdaten. Die Arbeitsordner sollten am Ende des Tages wieder leer sein. Wenn du die bearbeiteten Bilder speichern willst, bilde einen zusätzlichen Ordner „OptimierteBilder“ oder ähnlich und speichere sie da.
  7. Den Rohdaten-Ordner sicherst du komplett auf eine externe USB-Festplatte. Einfach mit der Maus rüber ziehen. Wenn der Rechner fragt, wie mit doppelt vorhandenen Dateien umzugehen ist, wähle die Option „Dateien überspringen“. Wer mehr sichern will schreibt sich ein Batch-Skript oder benutzt eine Sicherungs-Software.

Du hast jetzt im Rohdaten-Ordner alle Bilder im RAW Format liegen und kannst jederzeit darauf zurückgreifen. Durch das Sortieren und Nummerieren wird die Reihenfolge nach Aufnahmedatum beibehalten und doppelte Namen werden vermieden.

Externe Festplatte kühl und trocken aufbewahren

Die externe Festplatte sollte nur angeschlossen werden, wenn Daten zu sichern sind, so ist sie gegen Schäden durch Verschleiss, Überspannung und Schadsoftware geschützt. Sie sollte an einem anderen Ort aufbewahrt werden als der PC, je nach Risikoeinschätzung in einem Safe oder möglichst in einem wasserdichten und hitzebeständigen Behälter.

Rücksicherung der Daten

Die Datensicherung ist bei diesem Workflow also ganz einfach. Das Wichtigste ist aber: Die Rücksicherung ist jederzeit genau so einfach möglich. Die Festplatte wird angeschlossen und der Rohdaten-Ordner mit der Maus von der Festplatte in den Windows Bilderordner auf dem Rechner gezogen. Wenn der Rechner fragt, wie mit doppelt vorhandenen Dateien umzugehen ist, wähle die Option „Dateien ersetzen“. So werden fehlerhafte Fragmente zuverlässig mit den gesicherten Originaldaten überschrieben.

Wenn also deine Daten auf deinem PC irgendwie verloren gehen oder wenn du auf einen anderen Rechner wechseln willst, ist der Datentransfer schnell und einfach gemacht.

Es gibt professionelle Speicherlösungen, die als Stand-Alone System oder als Schranksystem mit eigener Stromversorgung ein Höchstmass an Sicherheit bieten. Allerdings sollte man die Datensicherung nicht überdimensionieren. Kein Mensch weiss, was der Standard in 20 Jahren ist.

Eine externe Festplatte mit einem USB 3.1 Anschluss oder höher speichert auch grössere Datenmengen recht schnell und kommt ohne zusätzliche Stromversorgung aus. Die empfohlene Festplatte ist schockabsorbierend und preislich günstig.

TOP-Empfehlung:

Externe Festplatte 1 TB *

Eine externe Festplatte als SSD (Solid State Disk) hat zusätzlich den Vorteil, dass grosse Datenmengen deutlich schneller gespeichert werden und die SSD fast verschleissfrei und kaum empfindlich gegen Erschütterungen ist. Nachteil: Sie ist deutlich teurer.

Empfehlung für hohe Geschwindigkeiten:

Externe SSD 1 TB *

Die beste Empfehlung für lange Zeit: Sehr gross und äusserst robust

LaCie Rugged USB-C Mobile Drive 5TB *

Als Software für die Umbenennung und Bildbearbeitung kann eine Bildbearbeitungs-Software eingesetzt. Gut und preiswert ist ACDSee. Dabei ist die einfachere Professional-Version völlig ausreichend. Die Ultimate-Version benötigt man nur, wenn man in der Bildbearbeitung mit mehreren Ebenen arbeiten will.

Empfehlenswerte Software:

ACDSee Professional 2019*

ACDSee Ultimate 2019*

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