Zubehör

Stative

Auf Reisen möchte man möglichst viel aus der Hand fotografieren können. Und doch sind Stative das wichtigste Zubehör der Fotoausrüstung. Die Einsatzbereiche sind gross.

Ohne Licht geht gar nichts, und mit wenig Lichts wird’s schwierig. Stative machen Fotos möglich, wenn das Licht nicht für ein Foto aus der Hand ausreicht, bei Langzeitbelichtungen, bei Makroaufnahmen oder wenn man an die Grenzen des fotografisch Machbaren kommt.

Ersetzt ein guter Bildstabilisator nicht das Stativ?

Nein, tut er nicht. Der Bildstabilisator leistet hervorragende Dienste bei der Vermeidung von Verwacklungsunschärfen im Bereich von Sekundenbruchteilen, wenn etwa eine 1/60 sek für eine Tele-Aufnahme nicht kurz genug ist. Aber er erreicht seine Grenzen bei langen Belichtungszeiten. Spätestens bei 1/2 Sekunde sind die Unschärfen sichtbar, selbst mit Weitwinkel-Objektiven.

Dies sind die wichtigsten Einsatzbereiche für ein Stativ mit Tipps für die Einstellungen der Kamera:

  1. Die Langzeitbelichtung

Aufnahmen in der Dämmerung von erhöhten Standorten, die den fliessenden Verkehr als Lichterschlagen zwischen erleuchteten Gebäuden zeigen, sind äusserst eindrucksvoll. Je nachdem, ob es noch einen Rest Tageslicht gibt oder ob es schon Nacht ist, werden Belichtungszeiten bis zu einer Minute bei Blende 5,6 oder 8 einzustellen sein. Nichts geht hier ohne Stativ.

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2. Nachts

Ein Feuerwerk fotografiert man von einem leicht erhöhten Standort mit Blende 5,6. Bei der Belichtungszeit würde sich ein Anfangswert von 20 sek empfehlen, um diesen bei weiteren Aufnahmen zu variieren.

Der Mond ist eine ganz besondere Lichtquelle. Wer den Mond selber fotografieren will, braucht nicht unbedingt ein Stativ. Ein Teleobjektiv und eine Verschlusszeit von 1/250 sek sind ein Wert, den man aus der Hand noch halten kann oder den der Bildstabilisator problemlos schafft. Ein Stativ erleichtert aber das Scharfstellen. Mehr dazu in unserem Artikel Der Mond.

Soll aber die vom Mond beleuchtete Landschaft fotografiert werden und der Vollmond mit ins Bild, dann ist das eine andere Sache. Hier werden höhere Anforderungen an den Fotografen und seine Ausrüstung gestellt. Wir gehen bei den Fototipps ausführlicher darauf ein. Nur ein Hinweis: Andreas Feininger benutzte für diese Fotografien zwei Stative, die er mit einer selbst gebauten Brücke verband und Kamera und Objektiv darauf befestigte. Auch heute fotografieren Spezialisten den Mond oder eine vom Mond beleuchtete Landschaft mit zwei Stativen.

3. Bewegung

Für Fotos von Wasserfällen und anderen Gewässern, bei denen das Fliessen des Wassers durch lange Belichtungszeiten dargestellt werden soll, benötigt man ein Stativ. Je nach der gewünschten Wirkung, der Entfernung, der Brennweite und der Fliessgeschwindigkeit des Wassers werden Belichtungszeiten von 1/15 sek bis zu mehreren Sekunden einzustellen sein. Möglicherweise wird man ein Graufilter (Neutraldichte Filter) zusätzlich verwenden müssen, um diese langen Verschlusszeiten zu erreichen.

Sogenannte „Mitzieher“ ermöglichen es, Bewegung durch gerichtete Unschärfe des Hintergrunds zu symbolisieren. Das Mitziehen muss genau in Richtung der Bewegung erfolgen, nicht schräg dazu. Ein Stativ und eine Wasserwaage, ggfs. die Wasserwaage der Kamera, helfen hier. Der Bildstabilisator sollte abgeschaltet werden, um nicht unkontrollierte Ergebnisse zu bekommen.

4. HDR

Seit es möglich ist, hohe Kontraste durch automatische Mehrfachbelichtungen zu bändigen, wird gerne die HDR Technik eingesetzt. High Dynamic Range Fotografie bedeutet, dass der in der Digitalfotografie mögliche Dichteumfang erweitert wird, indem man drei Fotos macht: Überbelichtung, richtige Belichtung und Unterbelichtung. Für die Schatten wird die Überbelichtung ausgewertet, für die Lichter die Unterbelichtung, und die Basis bildet die richtige Belichtung. Die Kamera setzt das Ganze automatisch zusammen.

Dass die drei Fotos deckungsgleich sein müssen, versteht sich. Das geht nur vom Stativ.

5. Mehrfachbelichtungen

Mehrfachbelichtungen werden gemacht, um bestimmte fotografische Effekte zu erzielen. Ein Beispiel ist sind mehrfache Aufnahmen des Mondes in festgelegten Abständen, um seine Wanderung über den Himmel zu demonstrieren. Die Wanderung wird nur deutlich, wenn sich die Kamera nicht bewegt.

Das Prinzip von Mehrfachbelichtungen wird von manchen Kameras auch genutzt, um Langzeitbelichtungen zur ersetzen und so das Bildrauschen zu vermindern. Auch hier müssen alle Belichtungen deckungsgleich sein.

6. Makrofotografie

Wo ein Millimeter schon ein neues Bild ausmacht, ist ein Stativ unentbehrlich. Sei es bei der Fotografie von Insekten, sehr kleinen Gegenständen oder Reproduktionen von Dokumenten, die absolute Genauigkeit wird nur durch präzise, wiederholbare Einstellungen möglich. Mit einem Stativ gibt es auch keine Verwacklungsunschärfe, die in der Makrofotografie wegen des gewaltigen Hebels zum Motiv sonst nur durch ultrakurze Belichtungszeiten vermieden werden kann.

Unsere Wahl

Wir benutzen als Reisestativ das Rollei C6i Carbon. Es erfüllt die wichtigsten Anforderungen, hat eine hohe Traglast, ist für sein Eigengewicht sehr stabil, ist schnell aufgebaut und nicht fummelig. Eingebaute Wasserwaagen erleichtern die Einstellung für horizontale Schwenks, und der Kugelkopf lässt sich sehr gut einstellen.

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